Teil eines Werkes 
6.-11. Bändchen (1853)
Entstehung
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ten in dem innen tobenden Sturm. Der Stolz war das erſte Gefühl, welches in den kämpfenden Elementen, die ihre

Seele durchwühlten, die Oberhand gewann. Sie riß ihre

Hand aus derjenigen, welche ſie mit ſo achtungsvoller Er⸗ gebenheit gefaßt hielt, und hätte mit einem Tritt die Ge⸗ ſtalt von ſich ſtoßen können, welche zu ihren Füßen kniete, um ſich nicht Liebe, ſondern Verzeihung zu erbitten. Mit der Geberde einer beleidigten Königin winkte ſie nach der Thüre. Sie wußte nichts mehr von ſich ſelber, bis ſie allein war. Jetzt erſt zuckte jener Blitz des Argwohns in ihr auf,

welcher dem Sturm der Eiferſucht eigenthümlich iſt und in“

der ganzen Natur nur einen einzigen Gegenſtand auffinden zu können ſcheint, in dem er das Ziel ſeines Fürchtens und ſeiner Zerſtörungsluſt erkennt— eines Argwohns, der oft ſo falſch iſt, aber in der Seele mit einer Ueberzengungskraft wurzelt, als ſey er die Eingebung der innerlich erſchauten Wahrheit. Er, vor dem ſie ſich gedemüthigt hatte, liebte eine Andere— wen ſonſt als Violante?— wen ſonſt als die jugendliche Schönheit, die er in der Geſchichte ſeines Lebens aufgeführt hatte? Keine Andere! Und er hatte ge⸗ ſucht, ihr, der Beatrice di Negra, Theilnahme einzuflößen für den Gegenſtand ſeines Liebens— auf die Gefahren hin⸗ gedeutet, welche Beatrice nur zu gut kannte— und ſein Vertrauen in ihren willfährigen Schutz geſetzt. Welche blinde Thörin war ſie geweſen! Dieſer Grund alſo hatte ihn Tag für Tag nach Beatrice's Wohnung geführt; dies war der einzige Zauber geweſen, der ihn an ihren Kreis feſſelte. Dies— ſie drückte ſich die Hände an die glü⸗

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