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drücken ſollte, ſicherlich aber mit ſehr wenig Weltkenntniß geſchrieben war, denn es enthielt einen treuen Ausdruck jenes etwas überempfindlichen Stolzes, der Leonard im frühe⸗ ren Leben veranlaßt hatte, aus Hazeldean zu fliehen und gegen Randal die ihm zugemuthete Abbitte entſchieden zu verweigern. Kein Wunder alſo, daß Mr. Avenelé letzte Gewiſſensbiſſe in ſeinem Zorn verdunſteten.
„Ich hoffe, er wird verhungern!“ ſagte der Onkel rach⸗ ſüchtig.
Drittes Kapitel.
„Hört mich an, meine liebe Mutter,“ ſagte Leonard am andern Morgen, als er, ſeinen Reiſeſack auf der Schulter und Mrs. Fairfield am Arm, die Landſtraße dahintrabte. „Ich verſichere Euch aus dem Grunde meines Herzens, daß ich den Verluſt von Gunſtbezeugungen nicht beklage, die, wie ich jetzt ſehe, jedes Gefühl von Unabhängigkeit aus mir verdrängt haben würden. Doch ſeyd um meinetwillen unbeſorgt; es fehlt mir nicht an Erziehung und Thatkraft, und Ihr dürft überzeugt ſeyn, daß ich mich ordentlich fort⸗ bringen werde. Freilich kann ich nicht mit Euch nach der Hütte zurückkehren— kann nicht wieder Gärtner werden. Verlangt dies nicht von mir, denn eine ſolche Stellung würde mich unzufrieden und elend machen. Aber ich will nach London gehen! Dies iſt der Platz wo man Geld und einen Namen erwerben kann. Beides will ich erringen—


