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fend;„ich denke, ich werde bald genug von ihnen hören, denn ohne Zweifel wird's eheſtens auf meinen Geldbeutel ab⸗ geſehen ſeyn.“ Er bemerkte jetzt einen Brief, der unverſiegelt auf dem Tiſche lag. Als er ihn entfaltete, begegneten zuerſt ſeinem Blicke Banknoten im Betrag von fünfzig Pfunden— fünf⸗ undvierzig Papiergeld von der Wittwe und eine neue Note der Bank von England, die er kürzlich ſeinem Neffen gegeben hatte. Dem Geld waren nachſtehende Zeilen von Leonards kühner, deutlicher Handſchrift beigeſchloſſen, obſchon da und dort ein Wort zeigt, daß die Hand des Schreibers gezittert hatte:—
„Ich danke Euch für Alles, was Ihr an einem Men⸗ ſchen gethan habt, den ihr als einen Gegenſtand der Barm⸗ herzigkeit anſahet. Meine Mutter und ich, wir beide wollen das Vorgefallene verzeihen. Ich ſcheide mit ihr von hier. Ihr habt mich aufgefordert, meine Wahl zu treffen; dies iſt geſchehen. Leonard Fairfield.“
Das Papier entſank Richards Hand, und er blieb einen Augenblick ſtumm. Das Gewiſſen regte ſich in ihm. Bald aber fühlte er, daß er über die Sache nur hinweg kom⸗ men konnte, wenn er ſich ſelbſt in Zorn jagte.
*„Von allen Menſchen in der Welt,“ rief er, mit dem 2 Fuß auf den Boden ſtampfend,„iſt Niemand ſo widerwärtig, unverſchämt und undankbar, als eine arme Verwandtſchaft.
Ich waſche meine Hände!“


