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„Aber Lenny Fairfield hat an einem Zweipenceſtück eine eben ſo große Freude, und was wäre ein ſolches für dich?“
Der Eſel berührte jetzt den Apfel mit ſeinen Nüſtern.
„So nimm ihn im Namen der Barmherzigkeit,“ ſagte der Pfarrer,„denn die Gerechtigkeit iſt's ohnehin ſchon ge⸗ wöhnt, am letzten bedient zu werden.“
Und der Eſel nahm den Apfel.
„Wie warſt du auch nur ſo keck?“ fuhr der Pfarrer fort, indem er auf den Stock des Squire deutete.
Der Eſel hielt im Kauen inne und ſchaute ſchräg nach dem Squire hin.
„Pah! Friß nur fort. Er wird dich jetzt nicht mehr ſchlagen!“
„Nein,“ ſagte der Squire, ſich entſchuldigend.„Aber beim Lichte betrachtet, gehört der Eſel nicht in die Gemeinde, ſondern iſt ein Landſtreicher, der gepfändet werden ſollte. Leider iſt— Dank ſey es Euren neumodiſchen Lehren— der Pfand⸗ ſtall in einem eben ſo verwahrlosten Zuſtand, wie der Stock.“
„Neumodiſch?“ rief der Pfarrer faſt unwillig, denn er hatte einen großen Abſcheu vor neuen Moden.„Sie ſind ſo alt wie das Chriſtenthum— ſogar ſo alt wie das Paradies, ein Wort, das, wie Ihr bemerken werdet, aus dem Griechi⸗ ſchen, oder vielmehr aus dem Perſiſchen ſtammt und etwas mehr als einen Garten bedeutet. Es entſpricht“— fuhr der Pfarrer ziemlich pedantiſch fort—„dem lateiniſchen vivarium— nämlich einem Hain vder Park, angefüllt mit unſchuldigen ſtummen Geſchöpfen. Verlaßt Euch darauf, es war dort den Eſeln ſtets geſtattet, Diſteln zu freſſen.“
Bulwer, meine Novelle. 2


