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„Das Pferd hat die Kennung noch lange nicht ver⸗ loren,“ rief Alles einſtimmig.
„Darin täuſcht Ihr Euch gewaltig,“ antwortete Encinas ernſt,„dieſer Schimmel iſt ſo an die fünfhun⸗ dert Jahre alt!“
Alles proteſtirte mit einem Schrei wider die Be⸗ hauptung des Büffeljägers.
„Es iſt aber ſo, wie ich die Ehre habe, Euch zu ſagen,“ verſetzte er mit einer Beſtimmtheit, die ſeine Zuhörer beinahe überzeugte.
„Aber,“ hielt ihm ein Vaquero entgegen,„ich habe, wie ich glaube, ſagen hören, es ſei noch keine dreihun⸗ dert Jahre, daß die Spanier Pferde nach Amerika gebracht.“
„Bah!“ ſchrie der junge Vaquero,„zweihundert Jahre mehr oder weniger,— was thut das? Dreihun⸗ dert Johre ſind ſchon ein recht hübſches Alter.“
„Und,“ hob Eneinas, den der Einwurf des Vaquero nicht aus der Faſſung gebracht hatte, wieder an,„glaubet Ihr denn, dieſes Pferd ſei je aus dem Leibe einer Stute gekommen? Es ſelbſt verſchmäht die Stuten, weil es das einzige ſeiner Att iſt, und ſich nicht wiedererzeu⸗ gen kann.“
Ueberall ſind die Menſchen von Natur geneigt, an das Wunderbare zu glauben, und hauptſächlich gilt dieß von denen, die in Einöden leben, wo die menſchliche Inferiorität der Natur gegenüber ſtärker hervortritt, als in Städten. Und ſo kam es, daß die Zuhörer des En⸗ einas dieſen baten, ihnen über das weiße Prairie⸗Roß Einzelheiten, die zu ſeiner Kenntniß gelangt, zu geben.—
„Alles, was ich Euch ſagen kann,“ fuhr der Büffel⸗ jäger fort,„iſt, daß ſeit vielen, vielen Jahren alle Va⸗ gueros von Texas vergebens verſucht haben, es ein⸗
Juholen; daß dieſes Thier Hufe hat, härter, als der Kieſels
daß, wenn man es aus zu großer Ferne verfolgt, man es bald aus den Augen verliertz und daß, wenn man


