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„Sie kommen wegen der Seeblume, die ſo weiß iſt, wie der erſte Schnee,“ ſprach er ernſt.
„Glaubt Ihr das wirklich?“ antwortete Encinas.
„Wären die Augen Brennſtrahl's,“ antwortete der junge Wilde,„nicht voll von dem Bilde des Weibes, das ſeine Hütte beſorgt, ſo würden ſie durch den Glanz derjenigen geblendet werden, die ein aus einem Stücke des Himmels gemachtes Zeit bewohnt. Es iſt eine ihrer würdige Wohnung, und Miſchblut will die See⸗ blume für ſich.“
Dieſe poetiſche Anſpielung auf die Schönheit Ro⸗ ſarita's, und auf die Azurfarbe ihres ſeidenen Zeltes war mit der edlen Leichtigkeit und Ungezwungenheit eines Hoͤflings gemacht worden, und die Tochter Don Aguſtin's blieb ſchweigend und erröthend dem Feuerblicke des Waldſohnes ausgeſetzt.
„Habt Ihr nicht zwei Krieger bei Euch?“ ſprach Encinas.
„Beide ſind zu ihrem Volke zurückgekehrtz Brenn⸗ ſtrahl iſt allein; allein er hat geſchworen, den Tod der⸗ jenigen zu rächen, die ſeinem Worte vertraut hatten, auch wird er über die Seeblume wachen; und mein Bruder wird ſeinerſeits darüber wachen. Und jetzt geht Brennſtrahl, froh darüber, daß er ſeine Freunde benach⸗ richtigt, allein auf den Spuren wieder fort, die er einen Augenblick verlaſſen hat.“
Während der junge Comanche dieſe Worte mit einer Emphaſe voller Einfalt— wenn dieſe zwei Worte nicht auf einander paſſen, wie die Fauſt auf's Auge— ſagte, reichte er dem Biſonjäger die Hand hin, und nachdem er abermals einen Blick naiver Bewunderung auf Roſarita geworfen, entfernte er ſich ſchweigend, wie er gekommen war, und es ſchien, als glaube er, keine außerordentliche Heldenthat zu verrichten, wenn er allein die Spur der zwei furchtbaren Banditen verfolge. In⸗ deſſen weiß der Leſer, ob einiger Muth erforderlich war, oder nicht, um dieſes Wageſtuͤck zu unternehmen.


