320 wie toll fort, ſo daß ich glaubte, wir Beide würden an den Indianern zerſchellen.
„Ich weiß kaum, was nun geſchah; Alles, was ich Ihnen ſagen kann, iſt, daß vor meinen Augen etwas einer rothen Wolke Aehnliches lag.
„Durch dieſe Wolke hindurch ſah ich wilde Geſichter, ganz in der Nähe des meinigen; ich bemerkte Tigre, der durch einen Lanzenſtich auf den Körper zweier In⸗ dianer geheftet war, welche er erwürgt hatte. Ich ſah, wie Oſo mit blutigem Maul einen andern Indianer zu ſe riß,— und in einigen Minuten fand ich mich rei.
„Demonio!“ rief der Neuling, höchlich erſtaunt,— „Sie hatten ſie alſo Alle getödtet?“
„Caramba! Man ſieht, daß Sie die Sache ein Bischen leicht nehmen,“ erwiederte der Büffeljäger lä⸗ chelnd.„Nein, wahrhaftig! Meine zwei Hunde hat⸗
ten mehr gearbeitet, als ich, und die Wahrheit iſt, daß
ich an jenem Tage meine Campagnen beendigt haben würde, wenn ſich nicht, während ich den Indianern in den Haaren lag, an einem etwas weiter entfernten Orte andere Dinge zugetragen hätten, die ich erſt in dem Augenblicke ſehen konnte, wo ich allein blieb.
„Ich warf dann einen Blick umher: zwei Apachen lagen neben meinem armen Tigre auf dem Boden, und ein dritter wehrte ſich noch unter dem Maule meines Oſo. Sie ſehen wohl ein, mein Junge, daß ich meine Zeit nicht damit verlor, daß ich ihn nach dem Zuſtand ſeiner Geſundheit fragte.
„Ich hatte in der That Wichtigeres zu ſchaffen.
„Zehn Schritte von mir weg fand ein fürchterlicher Kampf ſtatt; eine Staubwolke ſlieg über einer Pyra⸗ mide von Pferden mit aufgeſchlitzten Bäuchen, und von menſchlichen Körpern, die ſich umſchlungen hielten, auf.
„Inmitten dieſes Gemetzels unterſchied ich wallende Federbüſche, funkelnde Lanzen, mit Ocher, Zinnober und Blut beſchmierte Geſichter, ſo wie feuerſprühende Augen.
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