Teil eines Werkes 
Band 3 (1851)
Entstehung
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ſehr werthvollen Pferde voran, und befragte mit Naſe und Auge die Ebene.

Ich hatte mit meinen zwei Hunden, Oſo und Tigre, die ich angebunden, und mit einem Maulforbe verſehen, in einiger Entfernung von ihm bleiben müſſen; denn dieſe Thiere, die ich zu Bekämpfung der Indianer abgerichtet hatte, wollten jeden Augenblick auf unſern Führer losſtürzen.

Indeſſen verlor ich Letztere nicht aus den Augen.

Wir ritten über die große Ebene hin, da, wo die Baumwollbäume, ſo zu ſagen, einen Wald bilden, als ich mit einem Male den Indianer ein fürchterliches Geheul ausſtoßen hörte. Mit dem Fuße an den Sattel⸗ knopf gebunden, drückte er ſich an ſein Pferd hin, und ſetzte es in Galopp.

In demſelben Augenblick hörte ich auch ein dem Ziſchen von hundert Schlangen ähnliches Geräuſch...

Der Ort war alſo voller Klapperſchlangen? rief der Neuling, die Augen weit aufreißend.

Der ſtarke Büffeljäger brach bei dieſer Frage des Neulings in ein ſchallendes Gelächter aus.

Es war ein Pfeilhagel, antwortete er;es miſch⸗ ten ſich, ähnlich den während eines Schloßenwetters herab⸗ fahrenden Blitzen, einige Flintenſchüſſe darein, und ich ſah, wie mein Gevatter Don Mariano, der Viandante, ſo⸗ wie neun Vaqueros zu Boden ſtürzten.

Das läßt ſich begreifen, antwortete der Neuling.

Ah! Sie begreifen das, Sie! Wohlan, ich konnte eine Secunde von All' dem Nichts verſtehen; ich glaubte mich unter dem Einfluſſe eines üblen Traumes zu befin⸗ den. Indeſſen nahm ich für alle Fälle meinen zwei vor Wuth heulenden Hunden den Maulkorb ab; allein ich hielt ſie noch am Stricke, und als ich das gethan, ſchlug ich die Augen auf. Mit Ausnahme der Pferde, die in der Ebene beſtürzt zwiſchen den Baumwollbäumen hin⸗ galoppirten, war Niemand mehr auf dem Wege zu ſehen, nicht einmal eine Spur von denen, die vom

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