ſeine zarteſten Liever ſingt. Der Reiſende hofft, er werde keinen einzigen Laut des geflügelten Sängers mehr ver⸗ lieren, indem er ſich demſelben nähert. Aber dieſer Sänger flieht vor dem Menſchen. Eitle Hoffnung! So⸗ weit auch der Reiſende geht,— die Stimme des Cen⸗ zontle iſt immer gleich fern, der Vogel ſelbſt immer gleich unſichtbar.
So ſingen auch im Leben dem Menſchen ferne Stimmen von ſeinem Glücke; er lauſcht, geht auf den Geſang zu,— und ſiehe, das Glück iſt nicht mehr da. Und ſo vergeht ſein Leben, und ſo verfolgt er ohne Un⸗ terlaß Melodien, die ohne Unterlaß vor ihm fliehen.
Was Fabian betrifft, ſo war das Glück für ihn nicht mehr im Goldthale; es war nirgend mehr. Jetzt ſang keine ferne Stimme in der Einöde ſeines Lebens; der Reiſende hatte kein Ziel mehr zu verfolgen,— konnte kein fliehendes, obwohl ſtets erſehntes Bild mehr zu er⸗ reichen und feſtzuhalten hoffen.
Fabian befand ſich in einem jener glücklicher Weiſe ſeltenen Augenblicke des Lebens, in denen Alles in Finſterniß gehüllt iſt, wie auf dem Meere, wenn der
den Seemann leitende Leuchtthurm ſein Licht nicht mehr
zeigt. Traurig und niedergeſchlagen, wie ein Menſch, der keine Hoffnung mehr hat, ging Fabian maſchinenmäßig auf den Gürtel dichter Gebüſche zu, der vor ihm ein faſt undurchdringliches Dickicht bildete. Kaum hatte er aber unter den in einander verſchlungenen Zweigen ſei⸗ nem Auge einen Weg gebahnt, ſo betrachtete er, ſtarr vor Erſtaunen, das Schauſpiel, das ſich ihm darbot. Der bläuliche Schatten, der noch im Thalgrunde herrſchte, ſchwand vor der Sonne, und ließ nach und
nach unzählige und myſteriöſe Blitze hervortreten. Die
Kieſel, aus denen dieſe Blitze hervorſprüheten, waren ſo zahlreich wie die Kieſel am Ufer des Meeres, und hät⸗ ten in einem Tage nicht gezählt werden können.
Jeder andere Menſch, nur ein Goldſucher nicht,


