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Der Wilde beſchloß, ſich von der Wahrheitsliebe des angeblichen Chefs zu überzeugen.
„Die Worte, die ich bringe,“ ſprach er,„find Worte des Friedens; alle Krieger aus Mittag müſſen ſich um mich verſammeln, um dieſelben zu hören. Die Indianer würden den Abgeſandten der Weißen am Rathsfeuer empfangen; er würde das Zelt des Häuptlings betreten. Warum hält der Häuptling der Weißen den Indianer, der zu ihm kommt, ſo vom Läger entfernt?“
Gomez wußte nicht, was er thun ſollte. Er mochte den Wolf nicht in den Schaſſtall hineinführen.
Der Schwarzvogel ſah dieſe Unſchlüſſigkeit. Seine Augenbraue runzelte ſich; eine finſtere Wolke, ähnlich derjenigen, welche, während ſie ſich mit Elektrizität ſchwängert, ſchwarz wird, ging über die Stirn des In⸗ dianers hin, deſſen Augen leuchteten, wie die Blitze, die der Wolke entfahren.
„Der Häuptling der Apachen iſt kein Häuptling, den man von ſeiner Hütte entfernt halten darf. Eine ſeiner Hände enthält den Krieg, die andere den Frie⸗ den; welche von beiden ſoll er öffnen?“
Dieſes Drohen mit einem Bruche, und der Ton, welche die Drohung begleitete, ſchüchterten den Mexi⸗ kaner vollends ein. Er war auf dem Punkte, zu ant⸗ worten, er wolle ſeine Gefährten zu Rathe ziehen; all⸗ ein er zügelte ſeine Zunge noch zur rechten Zeit.
Der verſchmitzte Indianer fuhr in einem ruhigen Tone, der aber mit einiger Ironie untermiſcht war, alſo fort:
„Ein einziger meiner Krieger wird mich begleiten. Sind die Weißen ſo wenig zahlreich, daß ſie zwei fremde Krieger in ihrem Lager fürchten müſſen? Iſt ihr Lager nicht befeſtigt? Haben Sie nicht große Pulver⸗ und Kugelvorräthe?“
Durch die diplomatiſche Geſchicklichkeit des India⸗ ners übertölpelt, fühlte der arme Gomez, daß er dem Parlamentär den Eintritt in's Lager nicht länger ver⸗


