Teil eines Werkes 
Band 2 (1851)
Entstehung
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den, abgeſtorbenen Zweigen und aus Schilf beſtehenden Saume, womit er umgeben war. Die ſchwimmende Inſel ſchien ſich rechts⸗ und linkshin zu neigen, indem es einen großen Kreis beſchrieb; bisweilen ergriff auch eine der durch die Ungleichheit des Flußbettes gebildeten Strö⸗ mungen den Floß und trieb ihn in gerader Linie zurück; aber auf keinen Fall konnten die Anſtrengungen derer, die darauf fuhren, ſeinen Lauf verbeſſern.

Das geringſte Geräuſch hätte hingereicht, um das Echo an den Ufern zu wecken und die Indianer alle auf die Beine zu bringen. Glücklicher Weiſe war der Nehel ſo dick, daß ſelbſt die den Fluß beſchattenden Bäume aufgehört hatten, ſichtbar zu ſein.

„Laſſen wir den Muth nicht ſinken,“ ſagte Pepe, „ſo lange die Bäume an den Ufern unſeren Augen ver⸗ borgen bleiben, dürfen wir uns darauf verlaſſen, daß wir den rechten Weg einhalten. Ah! wenn Gott uns in ſeiner Gnade abermals begünſtigt,— welches Ge⸗ heul wird dann an den jetzt ſo ruhigen Ufern erſchallen,

ſobald die Indianer bei Tagesanbruch weder Inſel, noch

Jäger mehr ſehen werden!“

„Ja,“ antwortete der alte Jäger,„Du haſt da eine gute Idee gehabt, Pepe; bei der Verwirrung, die ſich meiner Sinne bemächtigt hatte, wäre ich nie auf dieſen Gedanken gekommen, und doch war derſelbe ſo einfach!“

„So geht es immer; die einfachſten und beſten Ge⸗ danken kommen immer zuletzt; aber weißt Du, was das beweist, Roſenholz?“ ſetzte der Ermigquelete, ſeinem Ka⸗ meraden leiſe in's Ohr ſprechend, hinzu.„Es beweist dieß, daß in der Wüſte die Todesfurcht Einem ſchon hin⸗ länglich zu ſchaffen macht, und dgß es unklug iſt, ſich auf längere Zeit mit denen, welche man mehr als ſein eigenes Leben liebt, in dieſelbe zu wagen; dieſe neue Chance ſetzt Einen der Gefahr aus, den Kopf ganz zu verlieren. Ich ſag' es Dir frei, Roſenholz: es iſt ſchon eine Weile, daß ich in Dir gar nicht mehr den Alten erkenne.“