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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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Ihre Wohnung, Herr? Was denken Sie! rief Perico aus;in dieſem Augenblicke wird Ihr Haus von der bewaff⸗ neten Macht umſeellt ſein. Man ſucht Sie bei allen Ihren Freunden; Sie wiſſen nicht, mit welchem Alcaden Sie zu thun haben.

Kennſt Du ihn?

Ich kenne alle Alcaden und zum Beweiſe, wie ſehr ich den Beinamen verdiene, den man mir gegeben hat, kennen mich keineswegs alle Alcaden. Der aber, welcher Sie verfolgt, iſt von allen der ſchlaueſte, der habſuͤchtigſte und der verteufeltſte.

Obwohl ich Grund zu glauben hatte, daß dieſe Schil⸗ derung uͤbertrieben ſei, ſo war mein Entſchluß doch einiger⸗ maßen erſchuͤttert. Dann ſtellte mir Perico in wahrhaft pathetiſchen Ausdruͤcken das Gluͤck ſeiner Frau und ſeiner Kinder vor, wenn ihr Wohlthaͤter ſie fuͤr eine Nacht um gaſtliche Aufnahme erſuchte und da ich zwiſchen zwei gleich eigennuͤtzigen Beſchuͤtzern zu waͤhlen hatte, ließ ich mich von dem bereden, deſſen Habſucht die mindeſttraurige Außenſeite hatte und entſchloß mich, dem Lepero von neuem zu folgen.

Die Nacht ruͤckte weiter vor; wir kamen durch verdäch⸗ tige Gaſſen, uͤber oͤde Platze und durch Straßen, die mir vollig unbekannt und gaͤnzlich finſter waren. Die Serenos (Nachtwaͤchter) zeigten ſich immer ſeltener und ich ſah mich nach jenen Vorſtädten fortgezogen, in welche die Juſtiz ſelbſt ſich nicht wagt; ich war unbewaffnet und der Gnade und Ungnade eines Mannes uͤberlaſſen, deſſen entſetzliche Beichte ich mit angehört hatte. Bis dahin hatte mir allerdings der Zaragate keineswegs durch ſeine ſo frech ein⸗ Amerik. Reiſenovellen. 25