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Amerikanische Reisenovellen / von Gabriel Ferry. Nach dem Französischen von A. Diezmann
Entstehung
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Ausſichten, welche man ſehen kann. Auf der einen Seite erblickt man die ſtille und entvoͤlkerte Oberſtadt, die traurig und duͤſter iſt, wie alles was verſinkt und in Truͤmmer faͤllt, nachdem es groß und maͤchtig geweſen iſt; auf der andern ſenkt ſich ein dichter gruͤner Wald, deſſen erſte Wipfel gleich einem gruͤnen Walle die Commandatur beruͤhren, amphitheatraliſch bis zum Strande hinab. Ein geſchlaͤn⸗ gelter Weg, der unter den Bäumen bald verſchwindet bald wieder erſcheint, ſteigt bis an das Meer hinunter. Hier, am Strande, unter Gruppen von Palmen und Bananen, zeigen ſich uberall maleriſche Bambushuͤtten. In dem Meere ſpiegelt ſich das glaͤnzende Blau des Himmels und hier und da entfalten ſich in der Sonne lachende Inſeln gleich Sträußern von Seeblumen; gewaltige Felſen erheben ſich wie Pyramiden von Bernſtein und einige Fiſcherboͤte, die in der Ferne gleiten, breiten auf der leuchtenden Tiefe des Horizontes ihre dreieckigen weißen Segel aus.

Ich befand mich vor einigen Jahren in San Blas. Handelsintereſſen riefen mich nach Californien und ich wartete ſeit ungefähr vierzehn Tagen auf ein Kuͤſtenfahrzeug, das nach einem Punkte dieſer Kuͤſte unter Segel gehe. End⸗ lich erfuhr ich, daß die Guadalupe einekleine Goelette, nach Pichlin oder Pichilingue fahre und zwar unter dem Commando eines cataloniſchen Capitains, welcher auch der Eigenthuͤmer ſei. Ich ſuchte ihn auf und nahm einen Platz an Bord. Ob er gleich keine Concurrenten zu fuͤrchten hatte, verlangte der Capitain doch keinen uͤbertrieben hohen Preis. Wenn Sie, wie ich vermuthe, in der Oberſtadt wohnen,

ſagte er beim Abſchiede,ſo werden Sie wohl thun, mit