Teil eines Werkes 
3. Th. (1826)
Entstehung
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trudens Seele. Gleich allen leidenſchaftlichen und feurigen Gemuͤthern, ging ſie von einem Aeußerſten zum andern uͤber. Was ihr fruͤher als Fehler er⸗ ſchienen war, trat ihr jetzt als Verbrechen entgegen,

das nur durch ein Leben der Reue und Buße verſoͤhnt

werden konnte. Sie blieb immer in ihrem Gemache, verweigerte jedem, ſelbſt Lyndſay'n, den Zutritt und brachte ihre Zeit in der Einſamkeit, in Thraͤnen hin. Umſonſt ſuchte der Onkel Adam dieſe Fluth des Jam⸗ mers zu hemmen, die ihr zerriſſenes Herz uͤberwaͤltigt hatte. Sie erkannte mit Thraͤnen, mit Dank, wie gut er es meine. Wenn er es aber verſuchte, ihr Vorſtellungen zu machen, oder gar darauf drang, Je⸗ manden zu ſehen, ſo wurde ſie heftig erſchuͤttert und antwortete blos:Falls Sie mich lieben, ſo laſſen Sie mich ach, laſſen Sie mich in Frieden ſter⸗ ben!

Ihrem Schmerze ſo nachzugeben, war ihr ſchon eine Art von unnatuͤrlichem Genuß geworden. Sie ſaß gern Stunden lang und bruͤtete uͤber ihren Kum⸗ mer, haͤufte ihn wie einen Schatz im Herzen an und haͤtte nimmer zugegeben, daß ein Anderer daran Theil nehme. Es that ihr wohl, daß Niemand einen Theil davon tragen konnte, daß ſie allein in der Welt ſtand: ein ungluckliches, verlaſſenes, einſames Weſen!

Lyndſay hatte ihr einigemal geſchrieben und ge⸗ fleht, gebeten, ihn vorzulaſſen. Er benutzte jeden Grund, ſie aus ihrem uͤbermäßigen Grame zu reißenz