vielleicht weil ich, ſoll ich meine Schwäche geſtehen? — eiferſuͤchtig bin, daß Sie ihm ſo viel Gehor ſchenken!“
„Eiferſuͤchtig, weil ich Eduard Lyndſay beachte? Dann koͤnnten Sie eiferſuchtig ſcm⸗ haͤtte ich einen Bruder, den ich liebte!“
„Leicht möglich, daß ich es waͤre. Wenn man, wie ich, bis zur Anbetung liebt, dann kann man ſelten jene Liebe theilen, die uns allein zu gehoren ſcheint! Ihr eiskalten Menſchen koͤnnt freilich jeden willkom⸗ men heißen. Allein ich gehoͤre nicht dazu! Ach, Gertrude, das Herz des Weibes gleicht in der That dem Pallaſt eines Koͤnigs. Laßt es nur einen Fremd⸗ ling hinein, welch ſeliges Vorrecht iſt dann dieſem ge⸗ waͤhrt!“
„So wollten Sie das meinige lieber in eine» Selle verwandeln und ein finſterer Moͤnch darin ſeyn?“
„Mir gilt es gleich, was es iſt; wenn es nur mein bleibt, einzig, ausſchließlich mir gehoͤrt!“
„Es gehort Ihnen, ganz Ihnen!“ ſagte die Grä⸗ ſin und wurde bei der Zaͤrtlichkeit, womit ſie dies ver⸗ ſicherte, feuerroth.„Sie werden doch aber nicht ver⸗ langen, daß es gegen die ganze uͤbrige Welt undankbar und ungerecht ſeyn ſoll?— Dann wäͤr' es ja nicht viel beſſer, als der Fielg⸗ auf den jetzt mein Fuß tritt?“
„Tadeln Sie mich nicht, Gertrude, weil ich weiß, daß ich eine Perle beſitze, die koſtbarer, als jeder Schmuck daran iſt, und nun fuͤrchte, daß mir, laß


