6 der Haut fahren wollen!— Ja, ſehen Sie mich nur an! Aber ich ſage Ihnen, es iſt ſo! Ach, ſie hat mir's in der vorigen Nacht ſo gut wie geſtanden!
— Nun?“
„Geſtanden?— Was denn?“ fragte Lyndſay ſtaunend.
„Daß der Oberſt fortgeſchickt iſt!— Ach dar⸗ uͤber freue ich mich!— Und daß ein gewiſſer Je⸗ mand“— ſie machte einen Knix hierbei—„ihr
unterthaͤniger Diener ſey!“
„Unmoglich! Ihre Ohren haben Sie getäuſcht!“
„Meine Ohren haben mich getaͤuſcht? Nun ja! Wie waͤr' denn das moͤglich? Sie denken wohl, ich ſey taub? Und wenn ich's waͤre, bin ich doch nicht blind! Ihr Liebesleute glaubt immer, andere Leute haben die fuͤnf Sinne verloren, wie Ihr. Aber die Liebe iſt nur blind, mein Beſter!“
„Miß Pratt, hoͤren Sie mich aufmerkſam an, ich bitte, wenn ich Sie auf die feierlichſte Weiſe ver⸗ ſichere, daß Sie ſich in jedem Betrachte getaͤuſcht ha⸗ ben. Was mich betrifft— eine ſolche Vermuthung kann mich nur ehren. Aber es iſt beleidigend, un⸗ gerecht gegen Miß St. Clair, ſich einzubilden, daß ſie ſchon ihren Blick auf mich geworfen haben ſoll, der ihr noch in der That vollkommen fremd iſt!“
Lyndſay ſprach mit jenem Ausdruck der Wahr⸗ heit, der Aufrichtigkeit, daß er jeden andern uͤberzeugt haben wuͤrde. Doch ſie erwiederte:
„Was das betriſſt, braucht man nſcht ein Le—


