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verlaſſen, Jeder von ihnen war ein Strahl geweſen, der ſein Daſein geſchmückt und verklärt hatte, jetzt waren dieſe Strahlen alle zuſam⸗ mengefloſſen zu einem Strahle, der ihm ein einzig holder, ach! ſein letzter Stern war.
Mit freudigem Beben öffnete der Graf endlich den Brief und las; er las nicht die fehlerhaften Zeilen einer Anfängerin in der deutſchen Rechtſchreibekunſt und Grammatik, er las das beredte Gefühl und den heiligen Ausdruck einer unſchuldigen, liebenden Seele!
„Lieber guter Ludwig!
Ich wünſche dir zu deinem Geburtetag*) viel Glück und Segen! Der Himmel erhalte dich geſund bis in das ſpäteſte Alter. Ach, lieber Ludwig, es ſind ſchon viele Geburtetage, die ich bei dir erlebe, und der Himmel ſegne dich für Alles, was du ſchon an mir gethan haſt, und an mir noch thuſt!
Ach, lieber guter Ludwig, es thut mir leid, daß ich dir zu deinem Geburtetag keine beſſere Freude machen kann. Ich habe hier eine Kleinigkeit für dich geſtickt, ich ſchäme mich, daß ſie nicht beſſer iſt. Aber gewiß wirſt du, lieber guter Ludwig, es doch von deiner armen Sophie annehmen, als einen Beweis meiner Liebe und Dankbarkeit. Ach, verzeihe mir, mein guter Ludwig, wenn ich bisweilen fehle! Ich bitte den Himmel, daß er mich lehre, meine Fehler zu verbeſſern. Möchteſt du doch mit mir zufrieden ſein, ich aber im Stande, alles dir nach Wunſch zu thun, alles dir angenehm zu machen. Ach, lieber guter Ludwig, ich weiß, daß meine Lage ſchrecklich war und ich danke dir nochmals! Der Himmel ſegne dich für alles! Bchalte mich lieb, lieber Ludwig! Ich bleibe im Schutze Maria's und dem deinen. Deine arme Sophie bis in's Grab.
Den 22. September 1808.
*) Dem holländiſchen Geboortedag nachgebildet. Der Brief iſt, bis auf die verbeſſerte Rechtſchreibung, ganz urkundlich.
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