Teil eines Werkes 
1. Theil (1854)
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Wellen und Windt. Die Großmutter wälzt ganze Springfluthen von Zorn und Galle und widerſinniger Forderungen mir an Bord, und ich ſehe abermals des Haders, Zwieſpaltes und der äußerſten Rechts⸗ verletzungen kein Ende. Wär' ich doch beim Erbſtatthalter geblieben, denn hier auf meinem Eigenthum ſpiele ich eine wahrhaft släaliche Rolle!

Ich glaube nicht, daß die Großmama dir Ungerechtes ſinnt, verſetzte der junge Herr.

So? du glaubſt es nicht! So lüge ich wohl! fuhr der Erbherr wild und zornig heraus, indem ſeine Aufregung ſich von Minute zu Minute ſteigerte, je mehr die Menge gehäufter Forderungen, welche Windt vorhin vorgetragen, ihm durch die Gedanken wirrte und ihn völlig rathlos zu machen drohte.

Wenn ich in Alles willigen wollte, ja, wenn ich könnte, was mir in einem Odem angeſonnen wird, ſo könnte ich mit meiner Gemahlin und meinen Kindern, ſo könnte auch der Graf von Athlone, mein Bruder, mit den Seinen zum Bettelſtabe greifen und außer Landes wandern, und wer bliebe dann die Herrſchaft der Herrſchaften? Die Frau Großmutter und ihr Pathchen, ihr Schoos⸗ und Hätſchelkindchen, du! Und das ſcheint der überlangen Rede kurzer Sinn, daß wir gehen ſollen!

Dem Jüngling erſchrak das Herz in der Bruſt bei dieſer harten und heftigen Rede. Wilhelm, ich bitte dich, rief er: wie kannſt du ſolches denken und ſagen?

Denken? warum nicht? zürnte dagegen der Erbherr. Sagen? warum nicht? Werdet ihr mir Denken und Sagen verbieten oder gar verwehren? Ich laſſe mir nichts verwehren! Ich und mein Bruder, wir ſind im Rechte du? Wer biſt denn du? Was die Frau Großmutter aus dir macht, das biſt du! Ihre Puppe, ihr Spielzeug warſt du als Kind, jetzt biſt du ihr Münz⸗Catalogſchrei⸗ ber, ihr Münzwardein, hahaha! du biſt noch mehr, du leimſt und kleiſterſt ihr die Pappkäſtchen zuſammen, in die ſie den alten Kram einlegt, der oft ſo ſchmutzig iſt, daß ich ihn nicht mit Fingern an⸗ faſſen möchte; kurz, du biſt des Herrn Windt würdiger Schüler, der Großmama würdiger Zögling und Günſtling! Für dich und nur für dich ſinnt ſie täglich und ſtündlich darauf, meinen Bruder und mich zu berauben!

Vilhel teſhufi herzen zu ſchleht von Edelmann;

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