Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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wühlte mit ſeinen Händen in den Haaren, wieder ein Anderer wendete ſich ab, noch Einer wiſchte mit dem Rücken der rauhen Hand eine Thräne aus den Angen; Alle drückten auf ſolche oder andere Weiſe Mitleiden und ſchmerzliches Bedauern aus; denn in Ehrfurcht gehalten durch die Gegenwart ſo vieler Vornehmeren als ſie, wagten ſie es nicht, vorwärts zu kommen, ſich zu bewegen und laut zu ſprechen.

Nach und nach wuchs dieſes Geräuſch; ſie began⸗ nen halb laut mit einander zu ſprechen:Wir ſind doch recht elende Tropfen! Der arme Alte! Sieh nur, wie

er weint: Er, der uns alle geboren werden ſah!

Er, der uns Arbeit verſchaffte! Wer gab uns Brod,

als Er, in der theuern Zeit? Und nun, da es gilt, ſollten wir uns zurückziehen? Sollen die Großen und Reichen ſagen, daß das arme Volk undankbar iſt? Was ſagſt Du⸗ Sandro? Und du, Bozza 2 Sollen wir nicht vortreten und uns ihm zu Füßen werfen und ihn um Verzeihung bitten, ihm ſagen, daß wir bereit ſind und daß er mit uns machen kann, was er will? Willſt Du gehen? Soll ich gehen? Wollen wir alle gehen? Wir wollen gehen.

Einige ſprachen es muthig aus und traten vorz alle Andern folgten. Sie brachen in den leeren Raum des Vierecks ein und traten ſchnell zu Niccolo vor. Dieſer erhob ſein Haupt, als er die Schritte hörte, ſie aber warfen ſich vor ihm auf die Kniee und die näch⸗ ſten berührten mit den Händen ſein Gewand, ſeine

Kniee und ſprachen mit demüthigen und zerknirſchten

Mienen und mit thränenden Augen, alle verwirrt un⸗ tereinander und zugleich, ſo daß man nür ſchwer ver⸗ ſiehen konnte, was ſie eigentlich wollten, außer daß die Mienen und die ausgeſtreckten Arme der entfernter Stehenden und irgend ein Ausruf, der die andern über⸗ tönte, wie:Verzeihung, Reue, wird ſind Eure Söhne, ſo lange wir leben, und anderes Aehnliches, Niccolo von der Geſinnung und dem Vorſatz dieſer armen