242
ſeine Hände mit Würde gegen ſeinen Sohn, ſah ihn feſt an und ſagte:
„Averardo, Du biſt in der Kirche!“
Dieſer, der den Blick eines ganzen Heeres aus⸗ gehalten hätte, vhne die Augen niederzuſchlagen, ver⸗ mochte den Niccolo's nicht zu ertragen, verſtummte und ſenkte die Augen nieder.
Nun erhob ſich Bindo, trat kühn heran(denn wer verzweifelt in ſeinem Alter) und ſagte:
„Wenn ich Euch aber ſage, daß ich bei den Man⸗ nelli, den Agolanti, den Spini geweſen bin und alle dieſe jungen Leute zu dem bereit gefunden habe, was wir verlangen, bei keinem aber dieſe Feigheit antraf, von der Ihr ſprecht! Es iſt wahr, daß die Alten, die Väter der meiſten von ihnen, ſie geſcholten und ſich widerſetzt haben; die Söhne aber haben mich verſichert, daß ſie heimlich ausgehen und ſich dieſe Nacht mit uns zuſammen finden wollen. Ich meines Theils verzweifie nicht, denn an muthigen Jünglingen iſt in Florenz kein Mangel, Gott ſei Dank! Man darf nur einen Anfang machen und dann, verlaßt Euch darauf, werden Alle aufſtehen und für uns ſein.“ Das Vertrauen Bindo's wurde nicht in gleichem Grade von ſeinen Zuhörern getheilt; wenn man im Kreiſe herumblickte, ſo drückten die Mienen Aller Sorge und Unruhe und Kummer aus, und ſo viele Mühe ſich Niccolo gab, heiter und unbe⸗
die Unruhe ſeines Innern.
Er wendete nun ſeine Augen auf Fanfulla, der mit ſeiner gewöhnlichen aufrechten Haltung und gleich⸗ gültigem Geſichte daſtand und auf ſeinem Panzer⸗ hemde das Scapulier des Dominikaner⸗Ordens trug, zugleich Soldat und Mönch; er blickte ihn an, um ihn zum ſprechen aufzufordern, und Bruder Zaccaria drückte Riccolvs Wink in Worten aus.
„Nun, Bruder Giorgio, du verſtehſt dich beſſer auf
fangen zu erſcheinen, ſo verrieth doch auch ſein Geſicht
————————


