Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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Minute Zeit zum Nachdenken, ſo kann ich immer mich und Andere aus der Schlinge ziehen.

Der Schurke wiegte ganz vergnügt ſein Haupt und lachte; dann wendete er ſich zu Troilo und ent⸗ wickelte ausführlich ſeinen Anſchlag. Er unterrichtete ihn meiſterhaft über die Art, wie er ſich bei der nächt⸗ lichen Zuſammenkunft mit den Piagnoni zu benehmen habe, und fügte dann mit boshaftem Grinſen hinzu:

Wenn die Sache gut geht, haben wir noch einen andern Gewinn, denkt nur, wie vielen Sold wir dann vielleicht weniger zu zahlen haben. Bin ich ein guter Haushalter, he?

Ich ziehe den Hut vor Euch, Herr Baccio, ſagte Malateſta lachend und fügte mit einem in Perugia üblichen Schwur hinzu:Bei Gott, was Ränke betrifft, bin ich ein Schuljunge gegen Euch.

Immer mehr für ſeinen Plan eingenommen fuhr Baccio fort:

Ich finde noch einen andern Vortheil dabei; mein Gedanke gehört zu denjenigen, die ſich nach allen Sei⸗ ten als richtig bewähren. Bei dieſer Gelegenheit wird man die raſendſten von den Piagnoni, diejenigen, von welchen weder Ruhe noch Friede zu erwarteu iſt und die wir durchaus vernichten wollen, kennen lernen, und je mehr von ihnen bei jenem Kampf in die andere Welt wandern, deſto weniger hat der Henker zu thun und deſto weniger wird gegen uns, gegen den Pabſt und gegen das Haus Medici Haß erregt. Auch mit dem Haß muß man haushälteriſch umgehen. Die⸗ ſen Niccolo möchte ich noch weit lieber als die Andern

durch eine gute Büchſenkugel los werden, ohne daß ich nöthig hätte, ihn auf's Blutgerüſte zu liefern, denn er beſitzt gar zu große Gunſt bei dem Volke und in einem neuen, unbefeſtigten Staate, wie der unſrige, iſt es keine Kleinigkeit, mit Männern von Riccolo's Schlag zu thun zu bekommen. Es iſt alles zu wetten, daß er, Niccolo de' Lapi. U. 15