Teil eines Werkes 
5.-7. Bdchn. (1845)
Entstehung
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ſollen! Ich ſollte hiebei Troilo's nicht mehr erwähnen, da ich ihm ſeine Vergehungen verziehen, zu Euch aber, Bruder Benedetto, muß ich es noch einmal ſagen, daß er mich zu tödtlich verletzt hat.

Er ſchwieg hierauf einen Augenblick und ſetzte dann entſchloſſen bei:

Wohlan denn, bringt Beide dieſen Abend zu mir; meine Kinder, ſo wie Lamberto, den ich zu ihnen zähle, ſollen bei ihrem Empfange gegenwärtig ſein. Die Güter der Ardinghelli wurden geplündert und den Flammen preisgegeben. Sie mögen daher einſtweilen in meinem Hauſe wohnen; es iſt ohnehin zu groß ge⸗ worden für die mir noch gebliebenen Kinder.

Nachdem Bruder Benedetto dem greiſen Niccolo ür die Beweiſe ſeiner Großmuth herzlich gedankt hatte, kehrte er nach San Marco zurück, um dem ſei⸗ ner harrenden Troilo die Gewährung ſeines Wunſches zu verkünden.

Es bedurfte jetzt nur noch der Löſung des Bannes durch die Signoria. Auch dazu bot Bruder Bene⸗ detto willig ſeine Vermittelung an und ſchrieb in die⸗ ſer Abſicht ſogleich an Aleſſandro d'Antonio Scarlattini, eines der Mitglieder des Gerichtes über die Hochver⸗ räther, der kein Bedenken trug, ihm die Löſung des Bannes durch Fanfulla zu überſenden. Troilo durfte demnach ungehindert zu Liſa gehen, die ſeiner ängſtlich wartete und unter Freudenthränen Gott auf ihren Knieen dankte, als ſie erfuhr, daß alle ihre Leiden ſich bald in Glück und Freude verwandeln ſollten.

Nach den erſten Ausbrüchen des Entzückens ver⸗ ließ ſie Troilo unter dem Vorwande, ſich andere Kleider zu kaufen, da er Nichts, als ſeine Rüſtung mitgebracht hatte, eigentlich aber nur in der Abſicht, um heimlich den Meſſer Benedetto de' Nobili aufzuſuchen, dem er das Schreiben Baccio's überbringen und ſich zugleich mit ihm über die Mittel zur Ausführung ſeiner Ver⸗ rätherei berathen wollte.