322
„Ja, ja,“ ſagte Liſa und fügte, ſich zu Troilo wendend, ganz zufrieden hinzu:„Weißt Du, wenn man Hand anlegen muß, uns zu retten? Dieſer da, der Dir in ſeinem breiten Ueberrock wie ein Landſtrei⸗ cher vorkommt(und ſie klopſte Fanfulla mit der Hand auf die Schulter) dieſer, ſieh nur, wird ſich auch dabei Mühe zu geben wiſſen.“ Und ſeine Kleider auf der Bruſt anseinanderſchlagend, enthüllte ſie das Panzer⸗ hemd, mit dem er bewaffnet war. Troilo betrachtete ihn mit Bewunderung und ſie ſagte:
„Soll ich Dir ſagen, wer er iſt? Niemand gerin⸗ geres, als Fanfulla de Lodi, einer von den Dreizehn bei Barletta und der Tapferſte von Allen.“
„Ihr erweist mir zu viel Ehre, gnädige Frau!“
„Was hältſt Du davon, habe ich gute Geſellſchaft gehabt, hieher zu kommen?“
Troilo hatte den Fanfulla als einen der wagehalſig⸗ ſien Teufel nennen hören, den es vamals unter den Sol⸗ daten gab, und war recht wohl mit dem ganzen Her⸗ gang bei Barletta bekannt, er fillte ſich daher ſehr zufrieden damit, ihn kennen zu lernen und eine ſo tüch⸗ tige Hülſe zu haben, in ſeinem Innern aber dachte er, „das iſt ſehr ärgerlich.“ Vorher, ſo lange er nicht wußte, wer er ſei und ihn für irgend einen Krämer aus Florenz hielt, hatte er ſich vorgenommen, ihn mit ſich zu der verſtellten Ermordung des Kerkerm iſters zu neh⸗ men, und dachte, er wird furchtſam dahinten bleiben und wenn er fieht, daß ich den Dolch führe, wird er er⸗ zählen, ich hätte ihn wirklich ermordet und man wird mir um ſo beſſer glauben, er und alle die, welche in Florenz dieſe Geſchichte erzählen hören. Nun da er wußte, wer er war, ſagte er: wenn ich ihn mitnehme, iſt er im Stande, mir die ganze Thorwache in Stücke zu hauen, es mag daraus kommen, was will. Als daher Fanfulla, immer mehr aufgerichtet durch die Freundlichkeit Liſa's und zufrieden, etwas in ſeinem Handwerk zu thun zu bekommen, ſägte:


