Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn. (1845)
Entstehung
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beſtand, die ſich von andern doch etwa nicht ſo leicht den Mund hätten verſchließen laſſen. Das Stillſchwei⸗ gen war auch allgemein und vollſtändig, ſo daß der Prieſter, der am Altar die Myſterien kaum mit halber Stimme herſagte, von einem Ende der Kirche bis zum andern gehört werden konnte. Aber dieſe Ruhe ſollte nur kurze Zeit dauern.

Auf einmal fielen auf einen ſtärkeren Schuß der Geſchütze des Lagers die Glasſcheiben, das Blei und

er Holzrahmen von einem der größeren Fenſter, in kleine Stücke zerbrochen, in die Kirche herab, ſich zer⸗ ſchmetternd und abprallend an den Geſimſen, an den Mauern und an einem Vorſprunge und ſo viel Schutt und Staub und Spinnweben mitnehmend, als wenn das ganze Gewölbe zu Grunde gegangen wäre.

Zum Glück fiel ein großer Theil der Trümmer auf einen Altar, der mit einem Geländer umſchloſſen war, ſo daß Niemand verletzt wurde.

Es war damals Sitte bei den Soldaten, wenn ſie in einem Lande Lager bezogen, ſo oft ihnen der Sold ausbezahlt wurde, oder am Namensfeſt des Re⸗ genten, der ſie bezahlte, oder überhaupt bei Gelegen⸗

heiten, an denen man für gut fand, Fröhlichkeit zu zeigen, die Lafetten der Geſchütze, welche aufgepflanzt waren, um die Baſteien zu beſchießen, um eine Spanne

niederer zu machen, und dann auf Gerathewohl, ohne zu zielen, Feuer zu geben, ſo daß die Kugeln im Bo⸗

gen bis über die Mauern flogen und mitten in der

Stadt niederfielen, wo ſie, Gott weiß, wie Viele, ver⸗ ſtümmelten und tödteten, die damit ſo wenig zu thun

hatten, als die Perſon, die uns die Höflichkeit erzeigt, dieſes Buch in die Hand zu nehmen. Und dieſes ſchöne Suenügtn⸗ damit man Alles weiß, nannte man Freuden⸗ euer.

Das Lager des Prinzen von Oranien befand ſich

Niccolo de'Lapi. t. 2