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ſeine Henker! es thut noch mehr: es rettet ſie vom ſichern Tode; was ſagen wir? es ſetzt ſein eigenes Le⸗ ben ein, um ſie zu retten! Und alles das ohne Rück⸗ ſicht auf perſönlichen Vortheil, ohne Nöthigung irgend einer Art, ſogar ohne die Hoffnung, daß die Feinde je ein Beiſpiel daran nehmen würden. Denn dieſe Race iſt unverbeſſerlich! Setzen wir Cabrera an jene Stelle und liefern ihm zweihundert ſchiffbrüchige Liberale; ſchon
der Gedanke an ihr Schickſal macht uns ſchaudern.
Wir aber nehmen unſere Feinde gütig auf, verſorgen, nähren ſie, wie es Vinaroz mit ſeinen Henkern machte! Und im Angeſicht ſolcher Thatſachen, welche das
Verdienſt der ſpaniſchen Nationalgarden ſo glänzend in's Licht ſtellen, wagt man noch, ſie zu ſchmähen, zu verläumden! Wagt man noch zu behaupten, Ruhe und
Ordnung ſei nicht möglich, ſo lange der Bürger Waſf⸗ fen trage? Freilich duldet der bewaffnete Bürger die Mißbräuche der Regierungsgewalt nicht, und eben dar⸗ um wollen jene der Nationalgarde nicht wohl. Die Nativnalgarde iſt die ſtärkſte Schutzwehr der Freiheit und beide haben deshalb auch die gleichen Feinde. Wir glauben nur eine heilige Pflicht erfüllt zu haben, indem wir für beſſere Einrichtung der Kranken⸗
und Gefängnißhäuſer ſprachen. Gott gebe, daß die
ſtädtiſche Wohlthätigkeitsbehörde recht bald ihren groß⸗ artigen Plan, eine Irren⸗ und Gebär⸗Anſtalt zu er⸗ richten, in's Werk ſetzen könne! Allein leider ſieht ſich
dieſe Behörde hierbei gänzlich von der Regierung imn
Stiche gelaſſen.
Von ſeiner Gründung an bis auf die Regierung
Iſabellas II. genoß das große Hospital von Madrid
eine völlige Steuer⸗ und Ottrvi⸗Freiheit; jetzt hat dieſe mit Ausnahme der Oktrois von Fleiſch und Wein auf⸗
gehört. Obgleich gerade die Könige ſonſt nicht geneigt ſind, den Seufzern der leidenden Menſchheit ihr mit⸗ leidvolles Ohr zu leihen, ſo haben doch alle Regenten


