Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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konnten, zum Thore hinaus, um ſich dort entweder

auf grünem Raſen unter freiem Himmel zu lagern

oder in der Nachbarſchaft und auf den umliegenden Dörfern ein Aſyl, eine Zufluchtsſtätte zu ſuchen.

Unter den Flüchtenden aus dieſer weſtlichen Gegend der Stadt befanden ſich auch der junge Maler mit ſeinem Malchen und Harfenlieschen.

Selbſt unter der allgemeinen Trauer und jammer⸗ vollen Verwirrung bildeten dieſe drei Menſchen eine reizende Gruppe, auf die Mancher ſelbſt in ſeiner rettenden Angſt und Noth einen kurzen, flüchtigen Blick warf, als gewähre es ihm Troſt und Beruhigung, drei Weſen in liebevoller Ein⸗ tracht bei einander zu ſehen, die vielleicht nur des⸗ halb ſo ruhig und beſonnen, mit beſcheidenen und wehmüthig niedergeſchlagenen Augen dahin⸗ ſchritten, weil ſie all' das Ihrige mit ſich trugen. Und doch waren dies große Reichthümer!

Der junge Maler nämlich hatte ſeine ſelbſtge⸗ fertigte Staffelei und einige mit Leinen überzogene Bilderrahmen zuſammengebunden, auch wohl noch ein weibliches Kleidungsſtück mit eingeſchloſſen und über ſeiner linken Schulter befeſtigt, ſo daß er das Ganze nur gleichſam als einen Ranzen nach Art der Müllergeſellen trug. Auf der rechten Schulter aber hing ihm die Harfe, welche er mit gutmüthiger Dienſtwilligkeit dem jungen Harfenmädchen abge⸗ nommen hatte, die ihm und ſeinem Malchen ſo oft mit gutem, edlen Herzen eine kleine Beiſteuer zum Lebensunterhalt gewährt hatte. An die Harfe hatte Lieschen außerdem noch ein Bündelchen ge⸗ knotet, welches ihre kleine Garderobe, ein halb⸗

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