Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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einſt war, vielleicht gar während des Gottesdienſtes von ſcheußlich verruchter Hand, Einer der zwölf maſſiven, um eine größere Chriſtusfigur herumge⸗ ſtellten Apoſtel geſtohlen und darnach wieder zu⸗ gefertigt worden, ohne daß der Thäter jener Ver⸗ ruchtheit je entdeckt wurde.

Der Küſter pflegte dieſe Geſchichte nach ſeiner Gewohnheit kurz zu erzählen, und dann auf den, ſeitdem unten auf dem Rand des Schrankes be⸗ findlichen, ſchauerlichen Fluch, der ſich drohend auf Kind und Kindeskind erſtrecken ſollte, hinzuweiſen. Der Fluch, in der Mitte des ſiebzehnten Jahr⸗ hunderts entworfen, iſt ſchrecklich, das Gemüth des Leſers wird unwillkürlich ergriffen, man wendet ſeine Blicke ſtill, mit einer gewiſſen myſtiſchen Durchdrungenheit davon ab.

Der oder die Thäter im Winter 1830 waren, obgleich ſie noch bedeutend dreiſter zugegriffen, nicht minder glücklich wenn man ſo ſagen darf als der, welcher vor zweihundert Jahren den einen Apoſtel ſtahl. Jetzt wurden ſie Alle weg⸗ genommen, nur Chriſtus hatte man, ob aus Ver⸗ ſehen oder Vergeſſen, bleibe dahingeſtellt wahr⸗ ſcheinlich aber aus einer unwillkürlichen Anwandlung von Aberglauben, aus einem gewiſſen myſtiſchen Gefühl, welches auch das gottloſeſte Herz nicht

Geheimniſſe von Hamburg, II. 2