— 21—
dienſt leiſten kannſt, was Du gewiß nur ſehr gern thuſt, wenn ich Deine Angelegenheit ganz und gar unbekannt bleiben laſſe.— Du weißt, daß mein Schwiegervater kaum noch zwei, drei Jahre leben kann, und daß mein Mann durch ſeine Lebensweiſe ſich ſo ruinirt, daß er auch plötzlich ſterben oder ſonſt mit Zufällen, die nicht erlauben, ihn länger umherwirthſchaften laſſen, behaftet werden kann. Denn ſieh, er hat in Folge ſeiner Ausſchweifungen ſchon mehrere Male einen Anfall von einem ſonder⸗ baren Delirium gehabt, und wenn das wieder oder gar öfterer kommt, ſo muß er nothwendig nach dem Krankenhof hinaus, und dann weiß man ja nicht, wie es werden kann.
— Delirium? fragte Minna, und ſah die Schweſter halb einfältig, halb verwunderungsvoll an.
— Nun ja, verſetzte dieſe: es zieht ihm auf's Gehirn, und iſt denn das zu verwundern? Er ſieht ja aus.— Doch höre weiter. Du weißt, daß mein Schwiegervater noch viel Geld hat und dabei noch ſehr raſch iſt. Stirbt mein Mann nun aber eher als mein Schwiegervater, was ſehr zu ver⸗ muthen, ſo werde ich, da unſere Ehe kinderlos iſt, bei der Erbſchaft wenigſtens ziemlich, wenn nicht ganz leer ausgehen. Um mich dieſer Gefahr nun nicht auszuſetzen, und darauf bald und bequem


