ſchon einen Bräutigam zugelegt, und willſt nun aus dem Romane lernen, wie Du's machen mußt, um den verliebten Jungen recht zärtlich zu machen!—
— Ach— nein, ſagte Minna ſtotternd und ſeufzend und überlief dabei im Geſicht mit Pur⸗ purröthe. Nein— Auguſte—
— Nun, das will ich auch hoffen, Du biſt ja eben erſt confirmirt, obgleich mir damals, als ich ſo weit war wie Du, mitunter doch ſchon recht närriſche Dinge durch den Kopf gingen. Aber wenn Du mich betrachteſt und meine Lage,— nicht wahr, Kind? mein Verhältniß als Frau iſt ſehr reizend und erfreulich, Du mußt Dir das in Deinem Alter ſchon vorſtellen können!— genug, wenn Du mich und meine Lage betrachteſt, ſo muß oder follte Dir die Luſt zum Heirathen ſchon ver⸗ gehen.
— Ach, nein, Auguſte, ans Heirathen denk ich auch noch gar nicht, nicht einmal an einen Ge⸗ liebten, obgleich ich neulich Abends im Theater—
— Na, da wird's kommen! verſetzte lachend Auguſte und ſpielte mit ihrem Fuß an der Tiſchdecke. Nun heraus damit, mir Deiner Schweſter kannſt Du's ſchon ſagen.—
— Obgleich ich im Theater mich in den Dar⸗ ſteller des— des— wie heißt er doch gleich— in dem„Opfer des Schweigens“ ordentlich verliebt habe.


