Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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hat ein faſt ſchwarz glänzendes Haar. Die jüngſte ſcheint kaum zehn, die Älteſte noch nicht dreizehn Jahr alt zu ſein. Sie ſind hübſch angezogen und allem Anſehn nach gewiß, wie man wohl ſagt, guter Leute Kinder. An ihrem ganzen Weſen kann man ſehen, daß ſie, wenn auch keine ſorgfältige Erziehung, doch wenigſtens eine gewiſſe Abrichtung und äußere Glätte in Haltung und Benehmen er⸗ fahren haben. Die Blonde, die Jüngſte, ſcheint noch ziemlich ſchüchtern, während die Ällteſte eine ungemeine Keckheit und Lebendigkeit zeigt. Die Blicke der Letzteren ſind ſcharf und beſtimmt, faſt ſchon herausfordernd. Sie heißt Henriette, denn ſo wird ſie von den beiden Andern gerufen.

So viel läßt ſich aus ihrem gelegentlichen Ge⸗ ſpräch errathen, ſie haben Erlaubniß, vielleicht den Auftrag eine Freundin zu beſuchen, aber dieſe iſt namentlich nicht nach Henriettens Sinn. Sie haben das freie Amüſement alſo vorgezogen.

Die drei kleinen Grazien, denn leicht und rei⸗ zend angezogen ſind ſie wirklich, hüpfen an's Waſſer hinunter, bewerfen ſich damit wie Diana den Ac⸗ täon und treiben allerlei muthwillige Neckerei. Sie werden nach und nach ſo unbefangen, als ſäße Niemand da auf der Bank und ſähe ihnen zu. Sie ſind ganz wie unter ſich.