Vergißmeinnicht!
Laß klar und ſchlicht
Stets unſer Handeln ſeyn,
So ſcheun wir nimmermehr das Lichk, Was gut iſt, das iſt rein!
Kein Name ſtand unter dem bedeutungsvol⸗ len Blatt, die feingemalten Schriftzuͤge konnten nur von Wallburg ſeyn! Ihr Vater war Schrei⸗ ber geweſen, in fruͤheren Jahren, ehe er in dieſem Haͤuschen ſeinen Gold⸗ und Silberhandel ange⸗ legt, hatte er in der Churfuͤrſtlichen Kanzlei gear⸗ beitet, auch mit Zeichnen gieng er trefflich um, und Wallburg ſchrieb ganz ſo kuͤnſtlich und zier⸗ lich wie der Vater, und war ihrem Mann in ſeinen Arbeiten behuͤlflich, indem ſie ihm ſchoͤne Muſter zeichnete.
Siegfried zweifelte, nachdem er das ungluͤck⸗ liche Blatt geleſen, an dem Einverſtaͤndniß ſeines Weibes mit dem Churfuͤrſten nicht mehr. Mit Blitzesſchnelle flogen die abentheuerlichſten Gedan⸗ ken durch ſein Innres, ſie gieng ſtets in die Fruͤhmette— Vorwand!— ſie blieb laͤnger aus als die Kirchenzeit dauerte— klarer Beweis! Daß ſie einer armen, ehemaligen Dienerin, die
Erſter Theil. 2


