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bringen. Bald drang ſie aber noch tiefer in
das Herz der Frömmlerin ein, und beſchloß
nun, Alles aufzubieten, um ihren Gemal zu— überzeugen, daß die Tugend der Madame Ar⸗— mand nur Schein ſei, und ſich ſelbſt für die beißenden Ausfälle, die das böſe Weib ſich ge⸗ gen ſie erlaubt, zu rächen.
Als Fulvia eben an ihr Vorhaben dach⸗ te, trat Adele Dorſan, eine ihrer beſten Freundinnen, bei ihr ein; die Uebereinſtim⸗ 4 mung der Gemüther hatte beide ſchon ſeit der ¹ Kindheit zuſammen verbunden. Sie waren von gleichem Alter, beide ſchön, lebhaft und luſtig. Adele lebte bei ihrer Mutter, einer
ſehr achtbaren Frau, die von ihren Kindern, bei deren Erziehung ſie weder zu ſtreng, noch 2 zu nachſichtig geweſen, geliebt und gefürchtet wurde. Sie war Witwe, und ſehr wohlha⸗ bend; außer dieſer Tochter beſaß ſie noch ei— nen Sohn, der die Rechte ſtudiert hatte, und


