—
zeugt, daß irgend ein Pflichtbegriff, welcher es auch ſei, mit einigem Beſtreben, dieſem Begriffe zu entſprechen, verbunden, vollkom⸗ men zureicht, damit ein Menſch nicht ſitt— lich verderbt, und durchaus verächtlich ſei. Der Begrif ſei nun verwirrt oder deutlich, er entſpringe aus dieſer oder jener Quelle, er richte ſich auf dieſen oder jenen Gegen—
ſtand, er werde mehr oder weniger voll⸗
kommen befolgt,— ſo getraue ich mir, mit
jedem Manne oder mit iedem Weibe zu le⸗
ben, in deſſen Seele Irgend ein Begriff von Pflicht exiſtirt.
Demnach, ſagte ein Philoſoph, getrauen Sie ſich, mit aller Welt zu leben; denn der Begriff der Pflicht iſt allgemein, und ſo zu ſagen eingeboren.— Eingeboren! rief ein Theolog; mit nichten! Wir er⸗ halten ihn blos durch die Offenbarung des göttlichen Willens.— Sollte dieſe Offenba⸗


