11.
Dôou.
Die ganze Nacht hindurch wurde Dina ver⸗
geblich geſucht.
Mit Tagesanbruch bemerkten Landleute die
mit Milch und Lebensmitteln in die Stadt kamen, als ſie uͤber die ſteinerne Bruͤcke gien⸗ gen, den Leichnam einer jungen Frau, deſſen
lange, blonde Haare ſich an den Felſen und
Klippen der Saone verwickelt hatten. Jean Ponthu, der Schiffer, nahm ihn in
ſeine Barke und trug ihn an's Ufer; das
Volk draͤngte ſich herbei, und bewunderte ſeine
unheilbringende Schoͤnheit; ſeine kleinen Haͤnde
waren ihm mit einem Stricke auf den Ruͤcken gebunden.
Auf einmal rief eine Stimme:— Erkennt⸗
ihr ſie denn nicht? Es iſt Dina, die ſchoͤne
Juͤdinn! die Tochter Judas, des Steinhaͤnd⸗
lers der dort hinten in der Judengaſſe wohnt. Den ganzen Tag hindurch draͤngte ſich die Menge in das Haus Iſrael Judas. Dina⸗
lag zur Schau auf dem Bette, angethan mit ihren Feſtkleidern, und mit Geſchmeide uͤber⸗


