136 — Huͤlfe! Moͤrder!
— Möͤrder! noch nicht, Ihr ſeyd zu raſch. Beruhigt Euch, und laßt mich Eure ſchoͤnen
Augen kuͤſſen; ſeyd doch vernuͤnftig, Kleine, es geſchieht Euch kein Leid; laßt doch! und dieſer ſchoͤne Hals! — O Gott! ich ſterbe. Huͤlfe! Moͤrder! — Ihr ruft vergeblich, denn Niemand kommt; und uͤberdieß kann ich Euch nicht
ſtille machen? ſeht her, hier ſind Stricke und
Knebel.
— Elender! Verraͤther! toͤdte mich!
— Ich erſchrecke ob ſolcher Kleinigkeit nicht; es iſt dieß meine Gewohnheit ſo, was ich leicht bekomme, iſt fuͤr mich ohne Werth, nur was ich mit Gewalt erkaͤmpfe, iſt mir lieb! Ich diente im letzten Kriege gegen Deutſchland als Freiwilliger, und Gott iſt mein Zeuge, daß ich mehr Franzoſen ausſaͤete als ich Deutſche umbrachte. Ihr wehrt Euch vergebens, Schoͤne, denn Ihr ſeyd nicht ſtark! Ich noͤthige eine Jungfrau ſo leicht wie Ihr eine Nadel handhabt, und toͤdte ſie,
wenn es ſeyn muß, wie Ihr eine Halskranſe
ſtickt.
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