Druckschrift 
Die Macht des Geschickes : drei Erzählungen aus dem Französischen / von Champavert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30

Darum wahrſcheinlich fand ich deine Stimme ſo rauh und veraͤndert. Doch, ſpre⸗ chen wir von ernſtern Gegenſtaͤnden. Warum, ſage mir Lieber, willſt du unſere Verbindung noch weiter hinausſchieben? Wenn die Welt unſer Verhaͤltniß bemerkte, ſie wuͤrde ſehr uͤbel von mir ſprechen.

Gedulde dich noch ein wenig, liebes Kind, heute habe ich meine amtliche Ernen⸗ nung zum Praͤfekten von Mont⸗Blanc erhal⸗ ten, und reiſe morgen ab auf meinen Poſten; ſobald meine Einſetzung geſchehen, und meine Verwaltung geordnet iſt, ſo ſchwoͤre ich dir daß ich zuruͤckkomme und in der Stille unſere Hochzeit feiere; wir verlaſſen Paris zur ſelben Stunde, und ich ſtelle dich meinen Untergebenen als meine laͤngſt angetraute Gat⸗ tin vor.

O, lieber Freund, wie gluͤcklich machſt du mich! Aber nicht wahr, du laͤßt nicht lange auf dich warten? Allein, hier, wuͤrde die Erwartung mich zu ſehr angreifen.

Kleine Pedantin! wenn du begreifen konnteſt wie heiß ich dich liebe!