lebhafte Leidenſchaft fuͤr mich hege: ſie liebt mich wie einen Vater, ich bin ihr großmuͤ⸗ thiger Beſchuͤtzer, ihr theilnehmender Freund. Sie haͤngt um ſo inniger an mir, als ſie bis— her in der Welt nur harte eigennuͤtzige Weſen traf. Sie iſt ſo gut, ſo gefuͤhlvoll, ſo wohl— wollend und vernuͤnftig, was koͤnnte ich mehr noch wuͤnſchen? Alle Gaben, alle Geſchenke, womit ich ſie erfreuen wollte, hat ſie edel— muͤthig zuruͤckgewieſen:„Es iſt meine Pflicht, ſagte ſie, ſo zu handeln, ein Maͤdchen von Ehre kann nur von ihrem Gatten etwas an— nehmen.“ Ich habe ihr verſprochen daß wir bald vereinigt ſeyn wuͤrden, dieſer Gedanke erfuͤllte ſie mit Freude. Deßhalb habe ich ſie bis morgen Abend um 9 Uhr um eine Zuſammenkunft bei ihr gebeten, um uns uͤber die Vorbereitungen zu unſerer Heirath zu be⸗ ſprechen, und vielleicht. Du ſiehſt, ich luͤge nicht; hier ihre Antwort.
Lieber Bertholin! Ich muß vorausſetzen, daß wichtige Geſchaͤfte den Tag uͤber dich noͤthigen,
eine ſo ſpaͤte Stunde zu waͤhlen, doch, . 2


