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bekehre; ſie war eine Miſchung von Myſticismus und Wol⸗ luſt, von Maria de la Greda und Thereſe der Philoſophin, von Theologie und Aretin. Ihr Herz war ſo glühend und ihre Augen ſo feurig wie ihr Herz.
Es iſt zu bemerken, daß Caſanova, ſeitdem er die Welt durchſtreifte nie Paß, Wechſel oder Empfehlungen gehabt. Seine Abenteuer in Madrid konnten den Miniſter, der ihm geſtattet, ſeinen Sekretair zu begleiten, nicht veranlaſſen, ihm ſolche zu geben.„Da ich nun einmal am Ende der Welt bin, ſagte er zu ſich ſelbſt, ſo werde ich aus dem hei⸗ ßeſten Lande in das kälteſte gehn.“ Uebrigens war auch ſein Wahlſpruch: Volentem ducit, nolentem trahit- Viel⸗ leicht, ſagte er, komme ich beim Hofe Katharinas an; ich werde ihr Bibliothekar, ihr Liebhaber, ihr Sekretair, ihr Geſchäftsführer oder der Gouverneur irgend eines Fürſten. Weshalb nicht? Zu ſolcher Stelle hat man ja den Koch des Marquis de l'Hospital, des franzöſtſchen Geſandten, mit welchem er ſich entzweit, auserwählts auch ſind ja einige Friſeurs aus jenem Lande und ein Paſtetenbäcker aus dem meinigen hier, welche kaiſerliche Kinder erziehn. Caſanova iſt für die beſten Stellen wie gemacht; Caſanova wird von der Mutter eines jungen Mannes geliebt werden; er wird ſich bereichern und wird jetzt behalten, was er hat; er wird
nicht mehr in einer Berline mit ſechs Pferden reiſen; er
wird keine Mädchen mehr ausſtatten und keine mehr aus Zartgefühl abweiſen; er wird nicht mehr tauſend Dukaten auf eine Karte ſetzen; er wird nicht mehr Beamte beleidi⸗ gen und Vorurtheile verletzen.
Am Ende eines jener ſüdlichen Tage im Norden, in einer jener Nächte, wo es faſt nicht dunkel wird, bemerkte die Kaiſerin, welche mit ihrem ganzen Gefolge im Sommer⸗ garten ſpatzieren ging, eine ziemlich ungewöhnliche Figur und Haltung, einen Italiäner, wie es ihr ſcheint, und von dem es ihr däucht, daß es derjenige ſein muß, deſſen Na⸗ men ſie im Straf⸗ und Polizei⸗Bericht geleſen.
Caſanova betrachtete mit ſpöttiſcher Miene eine Statue. Nachdem die Kaiſerin ihn befragt, ging ſie wieder ihres Wegs, mehr lachend über die ſeltſamen Antworten des
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