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zu fürchten? Niemand wird Sie angeben; unter uns ſind nur Leute von Ehre und Ihre Beſorgniß iſt beleidigend.
Ganz gut, entgegnete ich, vorausgeſetzt, daß eine der hier anweſenden Excellenzen ſich dafür verbürgen will, daß die Staatsinquiſitoren von dieſer Spatzierfahrt, und meiner Betheiligung daran, nichts erfahren.
Die Excellenzen ſchwiegen, Alle ſahen ſich an, und es war keine Rede mehr davon. Der Capitain, der, wie ich ſchon erwähnt, mich nicht kannte, nahm die Herren bei Seite und unterhielt ſich leiſe mit ihnen. Wir grüßten uns auf eine ceremoniöſe Weiſe und man brach auf.
Am folgenden Tage erfuhr ich von Monti, daß der Kapitain mein Benehmen gebilligt, und daß er mich ſicher⸗ lich nicht wieder vom Schiffe weggelaſſen haben würde, wenn er zufälliger Weiſe meinen Namen gehört hätte. Der Pro⸗ kurator beſtätigte dieſen Bericht und fügte hinzu, er werde dieſen Zug klugen Benehmens zur Kenntniß der Herren vom Gerichtshofe bringen.
Da die Damen von Trieſt große Luſt hatten, ihre Ta⸗ lente in der franzöſiſchen Komödie zu verſuchen, ſo wendete man ſich wegen der Auswahl der Stücke an mich; als dies geſchehn war, beauftragte man mich mit der Vertheilung der Rollen. Dieſe Direktorſtelle machte mir viel Mühe und hatte wenig Annehmlichkeiten, denn die Truppe beſtand aus anſtändigen Frauen. Da ich es mit unerfahrenen Schau⸗ ſpielern und Schauſpielerinnen zu thun hatte, ſo mußte ich ſie einüben, ſte in Uebereinſtimmung bringen, ſie im Sprechen, Hören, Gehen unterrichten, Jedem ſeine eigene Rolle und die der Andern einſtudiren und endlich ſouffliren. Es war eine wahre Hölle und ich fluchte meiner thörichten Gefäl⸗
ligkeit. Ich halte einen Souffleur für den unglücklichſten
aller Menſchen; die Schauſpieler ſind immer unzufrieden mit ihm und erkennen am allerwenigſten an, was ſie ihm verdanken. Wenn ſie etwas verſehn, iſt er allein Schuld; obwohl er nur die Aufgabe hat, ihrer Gedächtnißſchwäche
zu Hülfe zu kommen, ſo ſcheint er doch auch für ihr grö-⸗
ßeres oder geringeres Verſtändniß verantwortlich zu ſein. Mit einem Worto, ſein Geſchick iſt ebenſo traurig, wie das


