Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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dig zerſtört und der Wohlſtand von Trieſt geſichert ſein werde. Marco Monti war entgegengeſetzter Anſicht: er behauptete, Venedig werde bei dieſer Aenderung wenig ver⸗ lieren, und ein Schiffbruch im Meerbuſen werde Trieſt mehr koſten, als ihm die Abgabe in zehn Jahren einbrin⸗

gen könne; übrigens würden die deutſchen Spediteure un⸗

ter der Herabſetzung des Tarifs leiden, weil die Transport⸗ koſten größer werden würden. Er begleitete ſeine Erklärun⸗ gen mit einem lauten Lachen, welches mir durchaus diploma⸗ tiſch ſchien. In ſo kleinen Handelsplätzen wie Trieſt, fuhr er fort, hat man das Talent, Kleinigkeiten in Gegenſtände von der größten Bedeutung zu verwandeln und verabſäumt die wichtigſten Intereſſen, um ſich mit unbedeutenden Sachen zu beſchäftigen.

Ich ſpeiſte an jenem Tage bei ihm zu Mittag, aber die Anfälle von Heiterkeit waren jetzt verſchwunden, und er eröffnete mir ſein Herz. Er theilte mir ſeine Unruhe und Beſorgniß mit.

Was glauben Sie, daß man in Venedig thun werde, um dieſen Schlag abzuwehren?

Niichts.

Das iſt unmöglich.

Nichts, ſage ich Ihnen. Man wird den Rath ver⸗ ſammeln und viel ſpyuachen, aber keinen Entſchluß faſ⸗ ſen. Einſtweilen wird Oeſterreich ſeine Waaren nach Mez⸗ zola ſenden.*

Deſto ſchlimmer für die Republik und für mich.

Monti hatte richtig gerathen. Er hatte noch an dem⸗ ſelben Tage ſeinen Vorgeſetzten Mittheilung von der neuen Maaßregel gemacht; man erwiderte ihm, Ihre Excellenzen ſeien ſchon auf außerordentlichem Wege davon in Kennt⸗ niß geſetzt worden und er habe daher Notiz von den Reſul⸗ taten zu nehmen und dem Rathe darüber Bericht zu er⸗ ſtatten. Einen Monat ſpäter zeigte er mir einen Brief des General⸗Secretairs, welcher ihn beauftragte, mir eine Gra⸗ tification von hundert Dukaten und eine monatliche Pen⸗ ſion von zehn Zechinen auszuzahlen, um mich zu veran⸗ laſſen, dem Staate auch ferner zu dienen. Das war ein

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