Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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Nach dieſen Eröffnungen hielt ich mich für verpflich⸗ tet, dem Grafen ein vollſtändiges Geſtändniß abzulegen. Ich ſchwor ihm zu, daß es mir nie eingefallen ſein würde, dieſe Unterhandlung anzuknüpfen, wenn ich nicht von ihrem Scheitern überzeugt geweſen wäre, da ich von Venedig die Nachricht bekommen, daß Serpos ſich in der Unmöglichkeit befinde, das Kapital zurück zu erſtatten. Er billigte meine Gründe und die Sache blieb dabei. Die Armenier kauften das Haus des Rathes Rizzi und richteten ſich in dem⸗ ſelben ein. Ich ſah ſie wieder, ohne daß von Venedig die Rede geweſen wäre.

Um dieſe Zeit gab mir der Graf einen neuen Beweis ſeines Wohlwollens. Ich war eines Tages in ſeinem Ka⸗ binet, als er auf eine lange Depeſche weiſend, ſagte: Es iſt zu bedauern, daß Sie nicht Deutſch verſtehn; hier iſt eine Sache, deren Leitung Ihnen Ehre machen könnte. Es han⸗ delt ſich in wenigen Worten um Folgendes, aber ſagen Sie Niemand, daß ich Sie davon in Kenntniß geſetzt; welchen Erfolg übrigens auch die Sache haben mag, ſo können Sie aus meiner Mittheilung für ſich ſelbſt Nutzen ziehn. Ich

verſprach ihm Alles, was er wollte und er fuhr fort:

Alle Waaren, welche wir jetzt aus der Lombardei be⸗ kommen, berühren das venetianiſche Gebiet oder gehen di⸗ rekt nach Venedig. Nachdem ſie dort die Steuerunterſu⸗ chung beſtanden, werden ſie als Tranſitgut in die Maga⸗

zine gebracht. Das iſt bis jetzt geſchehn, wird aber nicht

ferner ſtatthaben, wenn ſich nicht die venetianiſche Regie⸗ rung dazu verſteht, den Tranſitzoll um die Hälfte zu ver⸗ mindern; die vier Prozent, welche wir jetzt bezahlen, ſind übertrieben! Man hat meinem Hofe vorgeſchlagen, Unter⸗ handlungen anzuknüpfen, um eine Abänderung des Tarifs zu erlangen; der Plan iſt gebilligt worden, und hier iſt der Befehl, der mich davon in Kenntniß ſetzt. Es iſt mir anbefohlen worden, ihn zur Ausführung zu bringen, ohne den Herrn in Venedig Kenntniß davon zu geben: es iſt dies eine neue adminiſtrative Maaßregel, welche keine vor⸗

hergehende Unterhandlung zwiſchen befreundeten Mächten

erfordert, denn Sie wiſſen wohl, daß in Tarifangelegenhei⸗

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