Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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greifen.

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Das iſt mir hundertmal begegnet.

Alle Hinderniſſe waren gehoben, und ich umarmte den jungen Abbé, der freudeſtrahlend war. Sicher iſt es, daß es für einen Mann nichts Süßeres giebt, als die Feſſeln zu zerbrechen, welche ihn drücken. Ich ſpreche nicht von den großen und ernſten Leidenſchaften; deren entledigt man ſich nicht ungeſtraft.

Meine Abſicht war, den jungen Abbé nach Venedig zu expediren, und ich ſchrieb daher einen Brief an Herrn Dandolo, in welchem ich ihm meinen Schützling warm empfahl; Bolini gab ich eine Abſchrift des Briefes und ſchickte das Original mit der Poſt weg.

Brigitta beſuchte ihren Liebhaber am folgenden Tage, ohne zu ahnen, daß dies das letztemal ſei. Ich geleitete

ihn bis Modena und kehrte noch am ſelben Abend nach

Bologna zurück.

Der Jammer der armen Ariadne läßt ſich leicht den⸗ Es wäre zu grauſam geweſen, wenn ich mich hätte wollen, als ob mir der Grund deſſelben nicht bekannt 3 ich ſuchte ſie zu beruhigen und hielt ihr eine lange ſe. Sienhehauptete, ich könne ihren Schmerz nicht be⸗

ker

Ich baleife ihn, meine Theure, und theile ihn; aber ich mußte deſe Bande zerreißen, welche Sie und Ihren

Fr unglütklich gemacht haben würden. Er wollte Sie he i, konnte es aber nicht. Hat er mich deshalb verlaſſen? O, mein Herr, ſchrei⸗

ben Sie ihm, er möge zurückkommen; ich verſpreche Ihnen, daßs das Wort Heirath nie mehr aus meinem Munde kom⸗ men ſoll.

Sie fragte mich ſodann, wohin er ſich begeben. Nach Venedig. Sie glaubte es nicht, und ich war darauf gefaßt. Es giebt wirklich im Leben Umſtände, wo man,

um betrübte Frauen deſto ſicherer zu täuſchen, ihnen die

ganze Wahrheit ſagen muß. Dieſe Wahrheit wird eine

Lüge, gegen welche die Moral nichts einwenden kann. Wir

werden zu ſeiner Zeit und an ſeinem Orte den lieben Abbé Bolini in meiner Geburtsſtadt wiederfinden.