Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Einhundertundachtzehntes Kapitel.

Farinelli. Nochmals Nina. Nie Hebeamme Che⸗ reſe. Der Abbé Bolini. Viscialetta. Abreiſe aus Bologna. Der Marquis Mosra von Peſars. Der Jude Mardochai und ſeine Tochter. Aukent-

halt in Trieſt. Herr Baguri.

Während deſſen langte die Kurfürſtin von Sachſen in Bologna an, einzig und allein um den berühmten Sopran Farinelli*) zu ſehn. Er gab der Fürſtin ein ſehr gutes Früh⸗ ſtück und führte ſodann auf dem Klaviere ein von ihm componirtes Stück aus. Ich wohnte dem Spiele bei und ſah nicht ohne Erſtaunen die bezauberte Kurfürſtin ſich in die Arme des Sängers ſtürzen; ſie ſagte begeiſtert, ſie werde nun zufrieden ſterben, da ſie ihn gehört.

*) Caſanovas Mittheilungen über den berühmten Sänger werden im Weſentlichen durch den Grafen Lamberg beſtätigt. Derſelbe fand auf der Villa des Sängers dicht vor Bologna einen ausgezeichneten Empfang; Farinelli hatte die vollkommenſten Hof⸗ ſitten inne. Bei Erwähnung der Königin von Spanien zeigte er ein Bild derſelben und rief:Sie iſt es, welche mich in die

Lage geſetzt hat, meine Nichte ziemlich auszuſtatten, die ich ver⸗

heirathet habe und die mir ſechsmal des Tages mit der Hand das

Kinn ſtreichelt, damit ich nicht die meinige von ihr wegziehe. Ich

will, daß ſie in ein Bad gehe, um eine Unvollkommenheit von 1*