Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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nicht. Zum Glück führte ihm ſein guter Engel einen Frem⸗ den aus Venedig zu, der ihn aus der Verlegenheit zog; dies war Primislaus Zanowitſch, mſſcher in der Folge ebenſo großen Ruf wie ſein Bruder erlangte. Um deſto ſicherer die amſterdamer Kaufleute zu begaunern hatte er ſich aus eigner Machtvollkommenheit den pomphaften Titel eines Fuͤrſten von Skanderbeg gegeben. Ich werde ſpäter von dieſen beiden Abenteurern ſprechen, weiche ein ſchlechtes Ende nahmen.

Primislaus Zanowitſch, damals fünfundzwanzig Jahre alt, war der Sohn eines Edelmanns aus Budar. Dieſe an der Grenze Albaniens und Dalmatiens gelegene Stadt hatte einſt zu Venedig gehört; im Alterthume hatte ſie zu Epirus gehört; jetzt gehört ſie der Pforte. Primislaus, der in Venedig erzogen worden war, hatte ſeit ſeinem erſten Auftreten Geſchmack an den leichten Freuden gefunden, an denen mein ſchönes Heimathland ſo reich iſt. Während eines fünfjährigen Aufenthalts daſelbſt gewann Primislaus bedeutende Summen im Spiel; und als die Polizei es für angemeſſen hielt, ihn in ſein Vaterland zurückzuſchicken, fing Primislaus, den der Gedanke an tatariſchen und dalmatiſchen Umgang erſchreckte, in Verbindung mit ſeinem Bruder, an auf Abenteuer auszuziehn. Nur vermieden ſie es, ſich an den⸗ ſelben Orten zuſammenzufinden; der Eine operirte im Nor⸗ den, der Andere im Süden; ſie ſtellten ihre Netze überall aus und machten überall einen guten Fang.

Man wundre ſich nicht, daß Primislaus in Florenz großen Aufwand machte. Als er ankam, ritt ihm ein Kourier vorauf und er wurde von zwei Lakaien und ſeiner Maitreſſe begleitet. Er miethete eine prachtvolle Wohnung, Equipage, Pferde und eine Geſellſchaftsdame für ſeine Ge⸗ liebte; ich ſah ſie im Kaſino dei Nobili funkelnd von Dia⸗ manten erſcheinen. Alle Fremden haben Zulaß in dieſem Kaſino, ohne daß ſie ſich von Jemand vorſtellen zu laſſen brauchten; aber wehe dem, der auf Zulaſſung Anſpruch macht, ohne die Eigenſchaften zu beſitzen, welche nöthig ſind, um in dieſer Welt von Leuten comme il faut zu leben. Die Florentiner bemerken es beim erſten Blicke mit der

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