Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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beſchäftige. Endlich bekam ich von der Schönen ein Billet ſie gab mir ein Stelldichein um zehn Uhr. Unſere Zu⸗ ſammenkunft war ziemlich ceremoniell. Ich ſchrieb ihre Zurückhaltung der Gegenwart ihrer Schweſter zu, einer vierzigjährigen Frau, welche ganz das Aeußere einer Duegna hatte. Im Grunde war mir das, was Nina einen unan⸗ genehmen Zufall nannte, nicht unangenehm, denn ich hatte keine Neigung für dieſes Mädchen; aber aus Schonung für ſie glaubte ich meine Beſuche nicht einſtellen zu dürfen. Ein Umſtand, von dem ich ſprechen werde, hätte mich aller⸗ dings dazu beſtimmen ſollen.

Ich ging ruhig in der Stadt ſpatzieren, als ein Of⸗ fizier der walloniſchen Garden mich anredet und zu mir ſagt: Mein Herr, ich habe mit Ihnen über eine Sache zu ſpre⸗ chen, die mich nichts angeht, die aber für Sie vom höchſten Intereſſe iſt.

Erklären Sie ſich mein Herr, ich kann Ihnen nur dank⸗ bar ſein für das, was Sie mir ſagen wollen.

Vortrefflich! Sie ſind ein Fremder und vielleicht nicht genau mit den ſpaniſchen Sitten bekannt; Sie wiſſen daher vielleicht auch nicht, welcher Gefahr Sie ſich ausſetzen, in⸗ dem Sie täglich die Signora beſuchen, nachdem der Vice⸗ könig ſie verlaſſen. 1

Welcher Gefahr ſollte ich mich wohl ausſetzen? Der Graf weiß, daß ich ſie beſuche und hat wahrſcheinlich nichts dagegen.. Sie könnten ſich irren. Der Graf weiß, daß Sie zu ſeiner Mai gehen. Wenn er ihr wegen dieſer nächt⸗ ichen Beſuche ſeine Unzufriedenheit nicht zu erkennen giebt, ſo hat dies ſeinen Grund darin, daß er ſie noch mehr fürchtet als er ſie liebt. Sie müſſen indeß wiſſen, daß ein ächter Spanier nicht lieben kann, ohne eiferſüchtig zu ſein. Folgen Sie mir, mein Herr’t im Intereſſe Ihrer Sicherheit und ſehen Sie Nina nicht wieder.

Ich danke Ihnen für Ihren Rath, kann ihn aber nicht befolgen; ich müßte ſonſt das Wohlwollen, welches dieſe Dame fuͤr mich hegt, mit einer unverzeihlichen Grobheit erwiedern.

Sie werden ſie alſo auch ferner beſuchen?