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würde. Nina ſelbſt hatte mir ſeinen Charakter als heftig, eiferfüchtig und rachſüchtig geſchildert.
Als der Wirth mir ſagte, daß ein Wagen zu meiner Verfügung ſtehe, fragte ich, in weſſen Auftrage.
Er verſetzte lächelnd: Im Auftrage der Donna Nina.
Ich bin höchlichſt verwundert, entgegnete ich, daß die Dame ſich meinetwegen ſo viel Mühe giebt; dieſe Ausgabe geht über die Kräfte meiner Börſe.
Es iſt Alles bezahlt, mein Herr.
Das werde ich nicht dulden.
Ich werde gewiß von Ihnen nichts annehmen.
Dieſe peremptoriſche Erklärung gab mir viel zu denken und erfüllte mich mit traurigen Ahnungen. Ich hatte ein Empfehlungsſchreiben an Don Miguel de Cevallos, der mich den Tag nach meiner Ankunft dem Vicekönige vorſtellte. Der Graf war von kleinem Wuchſe; ſein Benehmen war ſteif und gewöhnlich. Er empfing mich ſtehend, vermuthlich um mir keinen Sitz anbieten zu müſſen. Ich redete ihn italiäniſch an, und er antwortete mir ſpaniſch, woraus eine höchſt ſeltſame Miſchung entſtand. Da ich wußte, daß er ſehr eitel war, ſo gab ich ihm während unſrer ganzen Un⸗
terhaltung den Titel Excellenz. Er ſprach mit mir viel von
Madrid und den Freuden dieſer Hauptſtadt, was mir keine hohe Vorſtellung von Barcelona in dieſer Beziehung gab. Er erging ſich in Klagen über Herrn von Mocenigo, der anſtatt über Barcelona nach Paris zu reiſen, wozu der Graf ihn freundſchaftlichſt aufgefordert, den direkten Weg über Bordeaux eingeſchlagen. Se. Excellenz lud mich zum Mittagseſſen ein, eine Einladung die mir Vergnügen machte, da ſie den Beweis lieferte, daß der Graf hinſichtlich meiner Beziehungen zu Nina keinen Verdacht habe. Seit acht Tagen hatte ich nicht von der Signora ſprechen hören und da zwiſchen uns die Verabredung getroffen war, daß ich mich nicht eher, als bis ich von ihr die Aufforderung er⸗ halten, bei ihr einſtellen ſolle und ich dieſe Aufforderung nicht erhielt, ſo verlor ich mich in Muthmaßungen. Wäre ich klüger geweſen, ſo würde ich errathen haben, daß der Graf ſeinen Honigmonat feiere und ſeine Schöne alle Nächte
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