Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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eſſen unterhielt mich Nina mit anſtößigen Anekdoten, in welchen ſie oft die Hauptrolle ſpielte, und ſie war noch nicht zweiundzwanzig Jahre alt. Endlich ſetzten wir uns zu Tiſch. Das Eſſen war vortrefflich, der Wein ausgezeichnet, das Geſchirr prächtig. Die freien Reden begannen von Neuem und ich ſah deutlich, daß es bald von Worten zu Thaten kommen würde, aber ich fühlte mich durchaus nicht in der Stimmung, ordentlich mit meiner Perſon einzuſtehn, und beim Deſſert empfahl ich mich der Dame.

Als ſie mir das Geleite gab, ſagte ſie: Sie ſehen ſor⸗ genvoll aus, und man könnte Sie für den Vertrauten einer Tragödie halten. Ich liebe es nicht, daß man ſich in mei⸗ ner Gegenwart Zwang anthut; denken Sie daran; morgen Abend erwarte ich Sie.

Unmöglich! Ich habe ſchon einen Platz auf der Poſt genommen und verlaſſe morgen Valencia.

Sie irren ſich, mein Lieber; Sie werden erſt in acht Tagen reiſen, wenn ich ſelbſt nach Barcelona abgehe.

Dringende Geſchäfte.—

Ein ſchöner Grund! Sie kommen nicht weg, dafür ſtehe ich Ihnen. Antworten Sie nicht; Sie würden mich ſonſt beleidigen, und das dulde ich nicht.*

Nichtsdeſtoweniger entfernte ich mich mit dem feſten Entſchluß, Valencia zu verlaſſen, was ſie auch ſagen und thun möge.

Ich machte ihr am folgenden Abende einen Beſuch, der der letzte ſein ſollte. Sie empfing mich mit auffallender Mißſtimmung.. 4

Molinari, ſagte ſie, iſt krank. Wir werden allein ſpeiſen und ſodann Karten ſpielen; man behauptet, Sie ſeien ein großer Spieler; das wollen wir einmal ſehn. Dann machen wir einen Spatziergang im Garten und morgen—

Morgen, Madame, werde ich zu meinem Bedauern ge⸗ nöthigt ſein, Sie zu verlaſſen.

Daraus wird nichts. Ich habe einen Platz zu um ſieben Uhr Morgens ge⸗ nommen.

Verlaſſen Sie ſich darauf. Ich habe den Fuhrmann 4*