42
rez nicht gute Augenblicke gehabt habe; ſollten Sie wohl glauben, daß er bis an den Fuß des Galgens an ſeinen
Vetter Juanito gedacht hat?
Er iſt alſo wirklich todt?
Da man ihn gehängt hat.
Juanito, ſagte ich, Sie erzählen nicht Alles. Ich wette darauf, daß man den Körper des Gehängten nicht am Gal⸗ gen gefunden hat.
Sobald er todt war, nahm ihn der Teufel ab und
trug ihn auf ſeinen Hörnern davon. Seitdem iſt Perez duende(Geſpenſt) und frißt die Maulthiere.
Ich fragte den Abbé, der der Erzählung des Maul⸗ thiertreibers große Aufmerkſamkeit geſchenkt, was er von dieſem ſeltſamen Glauben denke. Er erwiederte kalt und ernſt, er ſei nicht gewohnt, religiöſe Angelegenheiten zu er⸗ örtern.
Am ſelben Tage gelangten wir gegen elf Uhr nach Valencia. Ich mußte mich mit einem ſchlechten Nachtlager begnügen, da der Unternehmer der Oper alle leidlichen Woh⸗ nungen für die Schauſpieler und Schauſpielerinnen, die er von Madrid erwartete, in Beſchlag genommen hatte. Ich beſuchte ihn und wir machten einen Spatziergang durch die Stadt. Als ich ihm vorſchlug, in ein Kaffeehaus zu gehn, fing er an zu lachen. In ganz Valencia, ſagte er, iſt kein einziger Ort vorhanden, wo ein Fremder ſich anſtändiger Weiſe erfriſchen konnte, nicht einmal ein Ort, wo er aus⸗ ruhn könnte. Die Wirthshäuſer ſind unreinlich und un⸗ geſund, die Geſellſchaft iſt gemein und widerlich, der Wein ein wahres Gift, und wird auch von den Spaniern ſo an⸗ geſehn, die in den Wirthshäuſern nur Waſſer trinken, da fie guten Wein zu Hauſe haben.
Wie iſt es möglich, ſagte ich, daß in einem Lande, welches köſtliche Weine hervorbringt, daß in einer Stadt, welche in der Nähe von Alicante und Malaga liegt, ſich kein Glas trinkbaren Weins auftreiben läßt? Weil die De⸗ tailliſten, welche überall Fälſcher und Gauner ſind, ihre Waare verfälſchen. Wenn dieſelben ein Talent haben, ſo iſt es das, aus gutem Weine ſchlechten zu machen.—
—-————
-————
„—,—-„-.—..—-⸗-⸗„—.————-————Pꝛ——.————,.—.——-—O—


