22
führte mich zur Thüre und drehte mir den Rücken zu. Ich verließ ihn mit der feſten Ueberzeugung, daß er unter dem Schutze der heiligen Inquiſition über eine Rache ſinne, die eines ſpaniſchen Prieſters und eines gereizten Prieſters würdig war.
Einhundertunddreizehntes Kapitel.
Ignazias Mittheilungen.— Ich entzweie mich mit Ma-
nucci.— Reiſe nach Saragoſſa.— Stierkampk.—
Ausklug nach den Auinen von Sagunt.— Die ſpaniſchen
Geſpenſter.— Ankunkt in Valencia.— Eine neue Bekanntſchakt.
Der Schritt, den ich bei dem bilderzerſtörenden Abbé gethan, war höchſt unbeſonnen, denn nichts war leichter als meinen Namen und meine Adreſſe zu erfahren, und in dem Lande, wo ich war, verſteht man über den Kultus und ſeine Diener keinen Spaß. Eine kleine Geſchichte, deren ich mich entſinne, gab mir einen Begriff davon, was ich vom Zorne des Kaplans zu fürchten habe. Ich war mit einem jungen Franzoſen Namens Ségur bekannt, der kürzlich die Gefängniſſe der Inquiſition verlaſſen hatte, wo er drei Jahre geweſen war. Sein Verbrechen beſtand in Folgendem: Er hatte in ſeinem Kabinet ein ſteinernes Becken, welches er als Waſchbecken brauchte. Ueber dieſem Becken befand ſich die Statuette eines Knaben, die im Innern hohl und mit reinem Waſſer gefüllt war, welches ſie auf dem gewöhn⸗ lichen Wege abließ, der in der That große Aehnlichkeit mit einem Hahn hat. In den Augen der Frommen, welche die Wuth haben, Alles auf den Erlöſer zu beziehen, konnte dieſe Figur für den Erlöſer gelten, weil der Bildhauer den Kopf mit einem Heiligenſchein umgeben hatte. Herr von


