Einhundertundzwölftes Kapitel.
Meine Zuſammenkunkt mit dem Graken Aranda.— Mit.- tagseſſen beim Geſandten.— Campomanes.— Anek- doten über Mengs.— Der König Karl III.— Ge⸗ ſchichte eines Abbé und einer Madonna. Man hielt mich im Vorzimmer des Grafen von Aranda ziemlich lange auf, woraus ich ſchloß, daß Se. Excellenz nicht auf meinen Beſuch gefaßt war, und ſich vorbereitete, mich zu empfangen. Nach drei Viertelſtunden wurde ich eingeführt. Sobald der Graf mich erblickte, kam er mir in großer Aufregung entgegen und mir ein Paket Papier überreichend, ſagte er: Hier ſind Ihre vier Briefe; jetzt, wo Sie kalten Blutes ſind, fordere ich Sie auf, dieſelben noch einmal zu leſen.
Warum ſoll ich die Briefe noch einmal leſen, gnädi⸗ ger Herr?
Warum? Erinnern Sie ſich nicht mehr der Sprache, welche Sie in denſelben fuͤhren?
Entſchuldigen Sie, gnädiger Herr. Jeder, der wie ich, entſchloſſen war, der Sache ſelbſt auf Koſten ſeines Lebens ein Ende zu machen, konnte nicht in der Stimmung ſein, ſeine Ausdrücke zu mäßigen. Ich mußte glauben, Alles, was über mich verhängt wurde, ſei auf Befehl Ew. Excel⸗ lenz geſchehn.
Das heißt mich wenig kennen, und noch weniger Ihre Lage und die meinige würdigen. 4*


